Die Bundeswehr wird in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam eines von 24 neuen Musterungszentren eröffnen. Das teilte das Bundesverteidigungsministerium mit. In den Zentren soll die grundsätzliche Eignung von Bewerbern für den Dienst in den Streitkräften geprüft werden. Welche Liegenschaft konkret vorgesehen ist, war zunächst unklar. Strukturell wird das Musterungszentrum dem bereits bestehenden Karrierecenter der Bundeswehr in der Potsdamer Behlertstraße zugeordnet.
Die Wahl Potsdams begründete das Ministerium mit der hohen Bevölkerungsdichte und einem „potenziell großen Bewerberaufkommen“. Für die Standortentscheidungen seien aktuelle Daten der statistischen Bevölkerungsverteilung ausgewertet worden. Maßgeblich seien zudem Funktionalität, Kosten, Attraktivität und Präsenz in der Fläche gewesen. In 14 Bundesländern würden externe Objekte angemietet.
Pro Musterungszentrum werden nach Angaben des Ministeriums rund 50 zivile Dienstposten geschaffen. Die Zahl der Bundeswehrstandorte in Deutschland steigt damit auf 288. Als Standort gilt eine Einrichtung mit mehr als 14 Dienstposten. Potsdam ist bereits durch das Einsatzführungskommando in Geltow und das Landeskommando in der Havelland-Kaserne im Ortsteil Eiche ein offizieller Standort.
Hintergrund: neues Wehrdienstgesetz
Neue Bundeswehrstandorte entstehen durch die Musterungszentren in Bielefeld, Braunschweig, Dortmund, Jena, Kempten, Offenburg, Regensburg und Würzburg. An bestehenden Standorten werden Zentren neben Potsdam unter anderem in Bonn, Dresden, Hamburg, Kiel, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Schwerin und Wiesbaden eingerichtet.
Milliarden für Bundeswehr-Ausbau in Mitteldeutschland – Musterungszentrum in Jena geplant
Der neue Wehrdienst wurde zum Jahreswechsel eingeführt. Von Mitte Januar bis zum 24. April wurden nach Angaben der Bundeswehr 194.000 Männer und Frauen angeschrieben, die gerade 18 Jahre alt geworden sind. Sie erhielten einen QR-Code mit Zugang zu einem Onlinefragebogen. Männer müssen ihn ausfüllen, für Frauen ist die Teilnahme freiwillig.
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Die Bundeswehr investiert derzeit stark in Ostdeutschland und überprüft alte Standorte auf eine Reaktivierung. Im südbrandenburgischen Holzdorf wird beispielsweise der Luftwaffenstandort massiv ausgebaut. Dort wird ein Großteil der von Boeing bestellten Chinook-Hubschrauber stationiert, außerdem befindet sich dort das israelische Raketenabwehrsystem Arrow 3. Die Bundeswehr investiert zudem in weitere ostdeutsche Bundesländer wie Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dabei geht es um Investitionen in Höhe von rund vier Milliarden Euro.
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