Wahlkampf

CDU in Mecklenburg-Vorpommern setzt auf ein Fischbrötchen: Und erntet dafür Spott

Mit „Die Mitte ist das Beste“ will die CDU in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Tief. Doch statt Rückenwind gibt es erst einmal Häme.

3 Min
Daniel Peters, der CDU-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat der CDU stellt die Wahlplakate vor.

Daniel Peters, der CDU-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat der CDU stellt die Wahlplakate vor.

© Jens Büttner/dpa

Mit dem Slogan „Die Mitte ist das Beste“ und dem Bild eines Fischbrötchens geht die CDU in Mecklenburg-Vorpommern in den Wahlkampf für die Landtagswahl am 20. September. Der CDU-Fischbrötchen-Wahlkampf sorgt seit der Vorstellung in Schwerin für Diskussionen – und für reichlich Spott aus der politischen Konkurrenz.

Für Spitzenkandidat Daniel Peters ist das Fischbrötchen kein Gag, sondern ein Symbol. Bei der Vorstellung der Kampagne in Schwerin sagte er: „Das Beste an einem Fischbrötchen ist immer die Mitte“. Genau dort verortet er seine Partei – zwischen den politischen Rändern.

Was steckt hinter dem Slogan „Die Mitte ist das Beste"?

Der CDU-Chef will sein Bundesland nach eigenen Worten weder dem „rot-roten Niedergang“ noch dem „blauen Untergang“ – gemeint ist die AfD – überlassen. Das Fischbrötchen steht dabei für Heimat und Küste, der Slogan für den Anspruch, die politische Mitte zu besetzen.

Hinter der Symbolik stehen konkrete Forderungen. Dazu zählen laut CDU eine Azubi-Prämie für Betriebe, Zuschüsse zum Führerschein, bessere Mobilität und wirtschaftliches Wachstum.

Warum das Plakat Spott und Häme auslöst

Die Kampagne polarisiert weit über Mecklenburg-Vorpommern hinaus. SPD-Politikerin Lilly Blaudszun schriebt auf X, es habe „noch nicht mal für ein Fischbrötchen aus Mecklenburg-Vorpommern gereicht“ – die CDU habe das Foto für 19 Euro im Internet gekauft.

Peters wies das zurück. Ein Foto aus Stralsund hätte Rostock verärgert, eines von Rügen die Insel Usedom, argumentierte er auf X. Deshalb habe man sich für ein neutrales Bild entschieden, das keinen Anbieter im Land heraushebe. Den Preis bezifferte er auf 73 Euro.

Auch von außerhalb kam Kritik. Der frühere FDP-Politiker Thomas Kemmerich sah in dem Fischbrötchen ein Symbol für „inhaltliche Leere“. AfD-Landtagsabgeordneter Thore Stein fragte, was ein „Stück Fisch im Brötchen“ als politischer Inhalt solle.

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Doch es gibt auch Lob: Auf dem Instagram-Kanal der CDU MV kommentierte ein Nutzer „Cooles Plakat“. Das Matjesbrötchen stehe für Küste, Traditionen und die arbeitenden Menschen.

Umfrage: AfD in Mecklenburg-Vorpommern vorn

Neben dem Brötchen setzt die CDU auf handfeste Wahlkampf-Strategien. Peters baut ein zehnköpfiges Kompetenzteam auf. Zwei Namen stehen fest: Dehoga-Präsident Lars Schwarz für die Wirtschaft und Bauernverbands-Vizepräsident Marco Gemballa für den ländlichen Raum. Gemeinsam mit dem Gaststättenverband startet die CDU zudem einen Wettbewerb um „Das beste Fischbrötchen Mecklenburg-Vorpommerns“ – prämiert werden bis zum 10. September unter anderem Geschmack, Betrieb und das schönste Foto.

Klassisch bleibt die Basisarbeit: Alle 36 Direktkandidaten wollen landesweit an Haustüren klingeln, ergänzt durch Marktplatztermine. Für den Endspurt sollen zudem Kanzler Friedrich Merz und Unions-Ministerpräsidenten für Rückenwind sorgen.

Einer aktuellen Umfrage zufolge ist die AfD in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft. Die Partei käme demzufolge auf 36 Prozent. Die regierende SPD liegt bei 29 Prozent. Die Linke kommt auf zwölf Prozent, die CDU rutscht auf neun Prozent und liegt damit erstmals einstellig. Die Grünen erreichen fünf Prozent und wären wieder im Landtag vertreten. Das BSW würde mit vier Prozent den Einzug ins Parlament verpassen.

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