Vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zeigt eine neue Forsa-Umfrage eine Spaltung: Während in Ostdeutschland eine Mehrheit von 53 Prozent der Befragten offen für Koalitionen anderer Parteien mit der AfD ist, lehnen dies im Westen (61 Prozent) und bundesweit (58 Prozent) Mehrheiten ab.
Anhänger der Altparteien sprechen sich weiterhin überwiegend für das Festhalten an der Brandmauer aus.
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Forsa-Zahlen im Vergleich: Wie Ost und West über die AfD denken
In Ostdeutschland spricht sich eine knappe Mehrheit von 53 Prozent der Befragten dafür aus, dass die anderen Parteien künftig Regierungskoalitionen mit der AfD eingehen sollten. 44 Prozent lehnen dies ab, drei Prozent machten keine Angabe. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag von Stern und RTL hervor. Im Osten hat die AfD neuesten Umfragen zufolge auch die höchsten Zustimmungswerte bei Wahlumfragen. In Sachsen-Anhalt, wo am 6. September gewählt wird, stand sie zuletzt bei 41 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Wahl am 20. September stattfindet, bei 36 Prozent.
Im Westen dagegen halten 61 Prozent der Befragten die Abgrenzung von der AfD für richtig. 37 Prozent sind für eine Lockerung, zwei Prozent äußerten sich nicht. Bundesweit lehnen 58 Prozent Koalitionen mit der AfD ab, 39 Prozent befürworten sie.
Klare Absage der Altparteien: Nur AfD-Wähler fordern Bündnisse
Unter den Anhängern der AfD sprechen sich der Umfrage zufolge 91 Prozent für eine politische Zusammenarbeit mit ihrer Partei aus.
Bei den Anhängern der anderen im Bundestag vertretenen Parteien überwiegt hingegen die Ablehnung: 64 Prozent bei CDU/CSU, 73 Prozent bei der SPD und 84 Prozent bei den Grünen.
Landtagswahlen vor der Tür: Druck auf die Brandmauer wächst
Hintergrund der Umfrage ist die Aussicht, dass die AfD bei den anstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt stärkste Kraft werden könnte. Unter dem Begriff „Brandmauer“ wird die politische Abgrenzung der übrigen Parteien gegenüber der AfD verstanden, mit der eine Regierungsbeteiligung verhindert werden soll. Angesichts der Wahlerfolge der Partei diskutieren die anderen Parteien laut Stern verstärkt über ihren künftigen Kurs.
Gerade in Sachsen-Anhalt war über die Brandmauer zuletzt scharf diskutiert worden. Zwar will CDU-Landeschef und Ministerpräsident Sven Schulze nicht mit der AfD zusammenarbeiten, Fraktionschef Guido Heuer zeigte sich bei einer Veranstaltung aber fast schon freundschaftlich mit deren Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund und kritisierte den Begriff „Brandmauer“. Über das dabei entstandene Foto hatte die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (OAZ) zuerst berichtet und eine Debatte ausgelöst.
Für die Erhebung befragte das Institut Forsa am 16. und 17. Juli 2026 insgesamt 1006 Menschen. Die statistische Fehlertoleranz gibt das Institut mit plus/minus drei Prozentpunkten an.
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