Chinas Präsident Xi Jinping hat am Montag in Peking Gespräche mit Haitham bin Tariq, dem Sultan von Oman, geführt – ein historischer Staatsbesuch. Parallel traf Xis Außenminister Wang Yi den saudischen Sicherheitsberater Musaad bin Mohammed Al Aiban und den stellvertretenden Sekretär des iranischen Sicherheitsrats, Ali Bagheri Kani.
Der britische Guardian deutet diese Häufung als Chance für Peking: Trumps Schwierigkeiten mit Iran könnten China die Tür öffnen. Diese These bleibt eine Analyse – gesichert sind bislang die Treffen selbst, nicht ein dauerhafter Bedeutungsgewinn Chinas als Vermittler zwischen Washington und Teheran.
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Ein historischer Besuch aus Oman nach fast 50 Jahren
Haithams Reise nach Peking ist das erste Mal, dass ein omanisches Staatsoberhaupt China besucht, seit beide Länder vor fast 50 Jahren diplomatische Beziehungen aufnahmen. Laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua warnte Xi, der Nahe Osten dürfe nicht zum Schauplatz von Großmachtrivalität und geopolitischen Konflikten werden.
Der Besuch blieb nicht bei Symbolik. Al Jazeera nennt 14 Kooperationsdokumente zwischen China und Oman, ein Währungstauschabkommen sowie den gemeinsamen Ruf nach sicherer Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Nach Angaben der chinesischen Zentralbank vereinbarten beide Seiten einen fünfjährigen Währungsswap über 30 Milliarden Yuan.
Wang Yi sichert Iran Unterstützung für dessen Souveränität zu
In seinem Gespräch mit Bagheri Kani erklärte Wang, Verhandlungen seien der Ausweg aus dem Konflikt, und bekräftigte Chinas Unterstützung für Irans Souveränität und Sicherheit. Nach chinesischer Darstellung sagte der iranische Vertreter, sein Land erwarte von China eine wichtigere Rolle für den internationalen und regionalen Frieden.
Offen bleibt, ob die zeitgleich in Peking anwesenden iranischen und saudischen Vertreter direkten Kontakt hatten; Reuters bezeichnet dies ausdrücklich als ungeklärt. Der saudische Sicherheitsberater übergab zudem eine schriftliche Botschaft von Kronprinz Mohammed bin Salman an Xi, deren Inhalt nicht veröffentlicht wurde.
Chinas größter Hebel: 90 Prozent von Irans Ölexporten
Chinas wichtigster wirtschaftlicher Hebel gegenüber Iran ist, dass es rund 90 Prozent der Rohölexporte des Landes abnimmt. Zwischen April und Juni senkte Peking seine Rohöleinfuhren um 30 Prozent, im Juni fielen sie auf den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt – ein Rückgang, den eine Analyse des Center on Global Energy Policy stützt.
Zugleich verschiebt sich die internationale Wahrnehmung. Laut dem Pew Research Center wurde China 2026 in der Mehrheit der 36 untersuchten Länder günstiger beurteilt als die USA. Dass gerade die Iran-Diplomatie dafür verantwortlich ist, beweist die Umfrage allerdings nicht.
Sondergesandter Zhai Jun reist im November an den Golf
Chinas Außenamtssprecherin Mao Ning teilte am Montag mit, China werde seinen Sondergesandten Zhai Jun Anfang bis Mitte November nach Iran, Oman und Saudi-Arabien schicken. Das ist eine Ankündigung, kein Bericht über bereits erfolgte Besuche.
Teheran und Washington ringen in intensiven Gesprächen um ein Abkommen, das auch die Wiederöffnung der Straße von Hormus umfassen könnte. Trump hat wiederholt gedroht, nach den Zwischenwahlen erneut militärisch gegen Iran vorzugehen – ein Schritt, der in Peking Alarm auslösen würde. Peking brokerte 2023 eine Annäherung zwischen Saudi-Arabien und Iran, doch seither blieb sein diplomatischer Einfluss in der Region begrenzt.
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