China hat erstmals direkt bestätigt, dass es mit den USA und Russland über ein mögliches Treffen der drei Staatschefs spricht. Auf eine Frage der Nachrichtenagentur AFP erklärte Außenamtssprecherin Mao Ning bei der Pressekonferenz des chinesischen Außenministeriums, Peking stehe dazu mit den relevanten Seiten in Verbindung.
Entscheidend ist der genaue Wortlaut: Mao Ning bestätigte laufende Kommunikation, nicht aber einen beschlossenen Gipfel. Zu Format, Tagesordnung oder Teilnehmerstatus machte sie keine Angaben. Käme ein solches Treffen zustande, wäre es die erste Zusammenkunft der drei großen Atommächte in dieser Konstellation.
Was Moskau und Washington sagen
Aus dem Kreml kommt die deutlichste Bestätigung aktiver Vorbereitungen: Sprecher Dmitri Peskow sprach laut einem Bericht von Politico von laufender Koordinierung und der Hoffnung, das Treffen in den kommenden Tagen abschließen zu können. Donald Trump hatte sich bereits grundsätzlich offen gezeigt.
Ausgelöst wurde die Debatte durch einen Bericht der Financial Times (FT) über ernsthafte Gespräche in allen drei Hauptstädten. Die Nachrichtenagentur Reuters betonte allerdings, die zugrunde liegenden Informationen zunächst nicht unabhängig verifizieren zu können, wie die Agentur in ihrer Meldung zum FT-Bericht festhielt.
Streit um die Tagesordnung: Atomwaffen oder Ukraine?
Über das zentrale Thema gibt es keinen erkennbaren Konsens. Trump hat laut einem Bericht von Axios vor allem nukleare Abrüstung in den Vordergrund gestellt; der Ukrainekrieg müsse aus seiner Sicht nicht das Hauptthema sein. Moskau dagegen brachte das Treffen im Zusammenhang mit einem möglichen Kriegsende ins Spiel, wie CNBC unter Berufung auf das Wall Street Journal berichtete.
Hinzu kommen chinesische Vorbehalte. Die Arms Control Association verweist darauf, dass Peking klassische trilaterale Rüstungskontrollgespräche angesichts der sehr unterschiedlich großen Nukleararsenale bisher als unfair und unrealistisch zurückgewiesen hat. Schnelle Ergebnisse sind damit selbst bei einem Zustandekommen des Treffens unwahrscheinlich.
Kiew in Sorge vor einem „Jalta 2.0“
Aus der Ukraine kommen Warnungen vor Verhandlungen über ukrainische Interessen ohne Beteiligung Kiews. Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich besorgt, wie ein Bericht von Channel News Asia auf Basis von AFP-Material dokumentiert.
Ukraine-Krieg: Trump offen für Gipfel mit Putin und Xi in China – Kiew warnt
Ukraine-Krieg: Putin will Gipfel mit Trump und Xi – Selenskyj beklagt Kapitulationsdruck
Ob die Ukraine überhaupt zum Thema wird, ist offen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schilderte nach einem Gespräch mit Xi, China habe kein erkennbares Interesse an einem exklusiven Dreierformat zum Ukrainekrieg gezeigt und auf die nötige Einbeziehung Europas verwiesen. Eine bestätigte Einladung an Kiew oder europäische Staaten liegt nicht vor.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]