Es ist kein Geheimnis, dass in den Justizvollzugsanstalten mit Drogen gehandelt wird. In Berlin ist dies genauso wie in allen anderen Bundesländern. Dass Drogen oder Handys über die Gefängnismauern geworfen werden, ist in der Stadt bekannt. Der Senat schaut nur schon lange weg. Nun, nach dem Fernsehbericht mit eindeutigen Bildern, geht das Leugnen nicht mehr, auch wenn Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) es am Freitag erneut versuchte.Den Drogenhandel in der Jugendstrafanstalt Plötzensee abzustellen, ist sicher nicht einfach. Voraussetzung ist, dass man es wollen muss. Wenn Jugendliche an Drogen oder auch Handys kommen, sind sie nämlich ruhiger, weniger aggressiv. In anderen Bundesländern hat sich gezeigt, dass manch ein Gefängnisleiter, manch ein JVA-Bediensteter den Drogenhandel duldet, weil man dann mit Gefangenen einfacher umgehen kann. Wer das nicht will, muss Kontrollen verschärfen, muss durchgreifen, wenn immer wieder Drogenpäckchen gefunden werden. Das aber geht nur mit deutlich mehr Personal.Und für die Gefangenen muss es mehr Angebote geben, wenn der Senat die Resozialisierung ernst meint. Es geht um ganz einfache Dinge: Ausbildung, Unterricht, Sport, längeren Aufschluss. Weil nicht genügend Personal da ist, kommt es vor, dass Inhaftierte am Wochenende jeden Tag 23 Stunden in der Zelle eingeschlossen bleiben. Wundert sich da noch jemand, dass Gefangene zu Drogen greifen?Die Justizsenatorin behauptete am Freitag, in den Gefängnissen sei alles in Ordnung. Schlimmer geht es nicht. Doch das Verdrängen der Wahrheit wird Gisela von der Aue nicht helfen. Die Opposition drohte mit einem Untersuchungsausschuss. Zu Recht.
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