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Coca-Cola-Machtkampf: Rewe zieht nach 3,5 Prozent Aufschlag die Reißleine

Rewe füllt die Coca-Cola-Lager nicht mehr auf. Wie lange reichen die Vorräte – und könnten in Berlin und Ostdeutschland bald Regallücken entstehen?

4 Min
Coca-Cola-Flaschen auf einem Stapel in einem Rewe.

Coca-Cola-Flaschen auf einem Stapel in einem Rewe.

© Martin Wagner/Imago

Der Streit um Coca-Cola in deutschen Supermärkten eskaliert. Der Getränkehersteller hat seine Abgabepreise zum 1. September im Durchschnitt um rund 3,5 Prozent angehoben. Rewe reagiert nach Informationen der Lebensmittel-Zeitung drastisch: Der Händler bestellt das Sortiment von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) vorerst nicht mehr nach.

Damit geht es längst nicht nur um die klassische Coca-Cola. Zu CCEP gehören in Deutschland unter anderem Fanta, Sprite, Mezzo Mix, Monster, Powerade und Fuze Tea. Auch diese Marken sind dem Bericht zufolge vom Rewe-Bestellstopp betroffen.

Für Kunden bedeutet der Bestellstopp allerdings nicht, dass Coca-Cola, Fanta oder Sprite nun unmittelbar aus den Regalen verschwinden. „Die Warenverfügbarkeit in unseren Märkten ist sichergestellt“, sagt Rewe-Sprecherin Kirsten Hensen auf Anfrage der Berliner Zeitung. Zu den laufenden Verhandlungen mit Coca-Cola will sich der Händler nicht äußern.

Werden Coca-Cola, Fanta und Sprite jetzt teurer?

Auch beim Preis für Verbraucher gibt es einen wichtigen Unterschied: Die 3,5 Prozent beziehen sich auf die Abgabepreise, die CCEP gegenüber seinen Handelspartnern verlangt. Sie bedeuten nicht automatisch, dass eine Flasche Coca-Cola bei Rewe oder einem anderen Händler ebenfalls 3,5 Prozent teurer wird.

Die Verkaufspreise legen die Händler selbst fest. Coca-Cola hatte die Preisanpassung bereits im Sommer angekündigt und unter anderem mit höheren Kosten für Produktion, Logistik und Löhne sowie Investitionen in Marken und Standorte begründet. Wie stark die höheren Einkaufspreise am Ende an Verbraucher weitergegeben werden, ist bislang offen.

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Coca-Cola-Preis: Von 1,49 auf 1,79 Euro für 1,5 Liter in drei Jahren

Schon vor der aktuellen Preiserhöhung war Coca-Cola für Verbraucher deutlich teurer geworden. Eine Erhebung der Arbeiterkammer aus dem Mai 2022 ermittelte in deutschen Online-Supermärkten für eine 1,5-Liter-PET-Flasche Coca-Cola einen Preis von 1,49 Euro; die Ein-Liter-Flasche kostete damals 1,08 Euro. 2025 lag der reguläre Preis einer 1,5-Liter-Flasche bei Rewe Kaufpark bereits bei 1,79 Euro. Aktuelle Preise unterscheiden sich allerdings je nach Händler und Aktion deutlich.

Bemerkenswert ist, dass Deutschlands große Händler auf den neuesten Konflikt nicht gleich reagieren. Edeka erklärte laut der Lebensmittel-Zeitung, selbst keinen Bestellstopp verhängt zu haben und derzeit ausreichend Coca-Cola-Produkte auf Lager zu haben.

Bei Edeka läuft der Coca-Cola-Streit anders

Dort gibt es allerdings einen anderen Streitpunkt: Die 1-Liter-PET-Mehrwegkiste wird derzeit nach übereinstimmenden Berichten nicht mehr an Edeka und die Getränkemarktkette Trinkgut geliefert. Während Rewe also selbst die Nachbestellungen stoppt, betrifft der Konflikt bei Edeka bislang lediglich dieses Gebinde.

Wie sich der Streit regional auswirkt, ist noch unklar. Die Berliner Zeitung hat Rewe und Edeka angefragt, ob der Bestellstopp beziehungsweise die Lieferbeschränkungen auch Märkte in Berlin und Ostdeutschland betreffen und ob dort mit Engpässen zu rechnen ist. Antworten liegen bislang nicht vor.

Wie lange reichen die Coca-Cola-Vorräte bei Rewe?

Ein Bestellstopp ist im Lebensmittelhandel zunächst ein Druckmittel in Preisverhandlungen. Er führt erst dann zu sichtbaren Lücken, wenn vorhandene Bestände nicht mehr ausreichen und sich Hersteller und Händler bis dahin nicht geeinigt haben.

Eine schnelle Einigung ist deshalb weiterhin möglich. Preisstreitigkeiten zwischen großen Handelsketten und Markenherstellern sind nicht ungewöhnlich. In früheren Fällen verschwanden Produkte allerdings teilweise über längere Zeit aus den Regalen.

Für Coca-Cola kommt der Konflikt zu einem schwierigen Zeitpunkt. Nach den von der Lebensmittel-Zeitung berichteten Zahlen sank der Absatz des Unternehmens in Deutschland 2025 um rund 2,4 Prozent auf etwa vier Milliarden Liter. Der Umsatz legte zugleich jedoch um 0,6 Prozent auf 3,41 Milliarden Euro zu.


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