Iran-Krieg

Containerschiff in Straße von Hormus attackiert – mehrere Verletzte

Ein Frachter der französischen Reederei CMA CGM ist in der Straße von Hormus angegriffen worden. Acht Crewmitglieder wurden verletzt, der Schiffsverkehr kam zum Erliegen.

Lea Brüggemann
Lea Brüggemann
3 Min
Ein CMA-CGM-Containerschiff wurde Ziel eines Angriffs in der Straße von Hormus.

Ein CMA-CGM-Containerschiff wurde Ziel eines Angriffs in der Straße von Hormus.

© Coust Laurent/ABACA/imago

Ein Containerschiff der französischen Reederei CMA CGM ist nach Unternehmensangaben am Dienstag bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus angegriffen worden. Wie die Reederei laut Reuters mitteilte, wurden Besatzungsmitglieder verletzt und das Schiff beschädigt. Die Verletzten der San Antonio seien evakuiert worden und befänden sich in medizinischer Behandlung, weitere Angaben machte CMA CGM nicht.

Nach Informationen der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO), die Reuters zitiert, wurden acht Crewmitglieder verwundet. Es handelt sich um den 32. derartigen Vorfall seit Beginn des Krieges zwischen den USA und Iran. Die französische Regierungssprecherin Maud Bregeon erklärte gegenüber Reuters, Frankreich sei nicht gezielt angegriffen worden, die Besatzung stamme von den Philippinen.

Eine maritime Sicherheitsquelle sagte Reuters, das Schiff sei bei einer nächtlichen Passage nahe Oman von einem iranischen Geschoss getroffen worden. Ob das Schiff zu diesem Zeitpunkt unter US-Geleitschutz stand, blieb unklar. Die unter maltesischer Flagge fahrende San Antonio hatte laut Schiffsdaten, auf die sich Reuters beruft, den indischen Hafen Mundra als Ziel.

Wie Politico berichtet, hatte US-Präsident Donald Trump zuvor die Operation „Project Freedom“ angekündigt, um Schiffe sicher durch die Meerenge zu geleiten. Am Dienstagabend erklärte Trump laut Politico jedoch, die Unterstützung werde „für kurze Zeit“ ausgesetzt, da bei Verhandlungen mit Iran „große Fortschritte“ erzielt würden. Bregeon sagte gegenüber Politico, sowohl Iran als auch die USA müssten verstehen, dass die freie Wiederaufnahme des Verkehrs im gemeinsamen Interesse liege.

Keine Passagen in den letzten 24 Stunden

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, über die rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels abgewickelt werden, kam laut Reuters in den vergangenen 24 Stunden praktisch zum Erliegen. Tracking-Daten zeigten keine Passagen. Teheran veröffentlichte zudem laut staatlichen Medien eine Karte, mit der eine von Iran kontrollierte Zone in der Wasserstraße ausgeweitet wurde.

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Jakob Larsen, Sicherheitschef des Schifffahrtsverbands BIMCO, sagte Reuters: „Während einige Schiffe unter ‚Project Freedom‘ sicher herauskamen, war klar, dass Passagen ohne Koordination mit Iran ein erhebliches Risiko bergen.“ CMA CGM hatte zu Kriegsbeginn 14 Schiffe im Golf festsitzen.

Politico verweist auf eine Serie weiterer Vorfälle, die das U.K. Maritime Trade Operations gemeldet hat: Am Montag stand ein Schiff vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate in Flammen, am Sonntag wurde ein Tanker vor Fujairah von Geschossen getroffen, ein Massengutfrachter meldete einen Angriff durch mehrere kleine Boote nahe iranischen Gewässern. Lars Jensen, Geschäftsführer der Beratung Vespucci Maritime, erklärte laut Politico, viele Betreiber dürften selbst bei einer Wiederöffnung der Korridore zunächst abwarten.

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