Der CXMT-Börsengang hat an der Börse in Shanghai für einen der spektakulärsten Handelsstarts des Jahres gesorgt. Am Montag schossen die Aktien des chinesischen Chipherstellers ChangXin Memory Technologies um rund 466 Prozent nach oben. Das geht unter anderem aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hervor. Der Ausgabepreis lag bei 8,66 Yuan je Aktie, zum Handelsschluss stand der Kurs bei 49 Yuan – zwischenzeitlich sogar bei 55,03 Yuan.
Mit dem Kurssprung katapultierte sich CXMT an die Spitze des chinesischen Aktienmarktes. Der Börsenwert kletterte laut Reuters auf 3,3 Billionen Yuan, umgerechnet rund 426 Milliarden Euro. Damit überholte der Chiphersteller die bisherige Nummer eins, die Großbank Industrial and Commercial Bank of China.
Warum der CXMT Börsengang so viele Rekorde bricht
Der Ausgabe des Unternehmens brachte umgerechnet 8,6 Milliarden Dollar ein und war damit laut Reuters der größte Börsengang Asiens in diesem Jahr. Es ist zugleich das größte Halbleiter-Debüt in der Geschichte des chinesischen Festlands. Der bisherige Rekordhalter SMIC hatte 2020 rund 6,58 Milliarden Euroeingesammelt.
Auch das Handelsvolumen sprengte alle bisherigen Maßstäbe. An diesem Montag wurden CXMT-Aktien im Wert von rund 141 Milliarden Yuan gehandelt. Damit war es das erste Papier an Chinas A-Aktienmarkt, das an einem einzigen Tag die Marke von 100 Milliarden Yuan überschritt.
Nur ein kleiner Teil der Aktien war überhaupt frei handelbar. Beim Börsenstart lag der Streubesitz bei lediglich 6,73 Prozent, der Rest ist gesperrt. Dieser geringe Anteil kann Kursausschläge verstärken.
Wie Speicherchip-Mangel den Kurs antreibt
Hinter dem Höhenflug steht ein weltweiter Engpass bei Speicherchips. Diese Bausteine transportieren Daten blitzschnell zwischen den Recheneinheiten von Computern. Der Boom bei künstlicher Intelligenz hat die Nachfrage explodieren lassen – und mit ihr die Preise.
CXMT profitiert direkt davon. Das Unternehmen erwartet für das erste Halbjahr einen Umsatzsprung um mehr als das Siebenfache auf 110 bis 120 Milliarden Yuan. Statt eines Verlusts wie im Vorjahr rechnet der Konzern nun mit einem Nettogewinn von 66 bis 75 Milliarden Yuan.
„Der Speichermarkt bleibt angespannt, Preissteigerungen dürften bis Ende 2027 anhalten“, sagte Ellie Wong, Analystin bei der Marktforschungsfirma TrendForce, gegenüber Reuters. Viele Kunden suchten neue Lieferanten – davon dürfte CXMT profitieren.
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Chinas Waffe im Chip-Wettlauf mit den USA
CXMT ist mehr als ein Börsen-Phänomen. Der Konzern gilt als zentraler Baustein in Pekings Strategie, eine eigenständige Chipindustrie aufzubauen und im Rennen um KI aufzuholen. Nach Hintergrundberichten der Nachrichtenagentur Bloomberg vom Juli setzt das Unternehmen bewusst auf ein weitgehend heimisches Lieferantennetz, um sich gegen verschärfte US-Beschränkungen abzusichern.
Gegründet wurde CXMT von dem in den USA ausgebildeten Chip-Veteranen Zhu Yiming. Laut Bloomberg ist der Konzern inzwischen der viertgrößte Hersteller von DRAM-Speicherchips weltweit – hinter SK Hynix, Samsung und dem US-Rivalen Micron. Das Pentagon hat das staatlich unterstützte Unternehmen bereits auf eine schwarze Liste gesetzt.
Die chinesische Staatszeitung Global Times feierte das Debüt als „Meilenstein“ für Chinas Innovationskraft und technologische Eigenständigkeit. Laut Global Times übertraf der Börsenwert am Ende des Vormittagshandels mit 3,66 Billionen Yuan sogar den des US-Konzerns Intel.
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