Hackerangriff

Cyberangriff auf Berliner Senat: Erpresser stellen erbeutete Daten ins Darknet

Das Ultimatum der kriminellen Hackergruppe Rhysida an den Berliner Senat ist abgelaufen. Nach dem erfolglosen Erpressungsversuch machen sie ihre Drohung wahr.

2 Min
In dieser gestellten Aufnahme ist die Seite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen zu sehen, die darauf aufmerksam macht, das diese zurzeit nicht erreichbar ist.

In dieser gestellten Aufnahme ist die Seite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen zu sehen, die darauf aufmerksam macht, das diese zurzeit nicht erreichbar ist.

© Britta Pedersen/dpa

Nach dem Ablauf eines Ultimatums hat die kriminelle Hackergruppe Rhysida am Freitagnachmittag die bei einem Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung erbeuteten Daten im Darknet veröffentlicht. Auf der Leak-Site der Erpresser hieß es nach Ende einer angesetzten „Auktion“: „Alle Dateien wurden im öffentlich zugänglichen Bereich hochgeladen – viel Spaß beim Stöbern, Datenjäger!“

Die Gruppe hatte vom Berliner Senat ein Lösegeld von 30 Bitcoin gefordert, umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Ein auf der Seite geschalteter Countdown lief gegen 15.35 Uhr ab. Der Senat hatte im Vorfeld erklärt, auf die Forderung nicht einzugehen und kein Lösegeld zu zahlen.

Personalakten und Unterschriftsproben im Datensatz

Joachim Selzer, Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC), sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Angreifer hätten „den kompletten Datensatz für alle zur Einsicht live gestellt“. Für die Berliner Verwaltung sei das unangenehm, da es sich um „sehr viele interne Daten“ handele, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien. Zu sehen seien unter anderem Personalangelegenheiten und Arbeitszeugnisse.

Selzer warnte vor der Gefahr eines Identitätsdiebstahls: „Je mehr ich über eine Person weiß, desto genauer kann ich mich als diese Person ausgeben.“ Unter den veröffentlichten Dokumenten befinde sich beispielsweise ein Antrag auf ein neues Diensthandy samt der Unterschrift des zuständigen Verwaltungsmitarbeiters – für Kriminelle eine brauchbare Unterschriftenprobe. Der IT-Administrator geht davon aus, dass die Daten eher mittelfristig missbraucht würden: „Es ist schon ein großer Datenbestand, den muss erstmal jemand durchsehen.“

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