Eigentlich hätte der Rapper Danger Dan sein neues Lied „Keine Angst“ in der ZDF-Satire-Sendung „Die Anstalt“ performen wollen und sollen. Begleitet vom Pianisten Igor Levit. Doch dann wurde dem Zweiten Deutschen Fernsehen der Auftritt offenkundig zu heikel: Man lud die beiden in Berlin lebenden Musiker kurzfristig wieder aus. Nicht aber auf Betreiben der „Die Anstalt“-Redaktion, sondern der ZDF-Intendant schaltete sich persönlich ein.
„Musikalische und politische Ersatzveranstaltung“
Der Song ist durchaus umstritten: Während Befürworter darin einen Empowerment-Song im Engagement gegen den politischen Rechtsruck sehen, kommt auch Kritik auf: Man könne das Lied interpretieren als Aufruf zur Gewalt gegen Rechte. Zugleich steht der Song als musikalisches Kunstwerk nicht bloß unter dem Schutzmantel der Meinungs-, sondern auch der Kunstfreiheit.
Nach der Absage durch das ZDF veranstalten die beiden Musiker nun selbst einen Berliner Abend rund ums „Keine Angst“-Lied: Unter dem Titel „Die keine Angstalt“ (Bezug nehmend auf den Namen des Liedes, aber auch die ZDF-Sendung) wollen die beiden ihrem eigenen Bekunden zufolge die Kunstfreiheit zelebrieren – indem sie zu einer „musikalischen und politischen Ersatzveranstaltung“ am Dienstagabend, dem 21. Juli, ins Columbiatheater einladen.
„Die keine Angstalt“ wird auch live im Netz gestreamt
Einlass ist um 20 Uhr, Beginn um 21 Uhr. Tickets sind ab heute, 16 Uhr, im Danger-Dan-Shop zu erwerben. Den Gewinn spenden die Musiker an die Opferperspektive, eine Brandenburger Anlaufstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Fans, die nicht in Berlin sein können oder keine Tickets mehr ergattern, haben die Möglichkeit, den Abend im Netz per Livestream zu verfolgen.
Debatte um „Keine Angst“: Wie das ZDF seine Entscheidung im Fall Danger Dan begründet
Um diesen Songtext streitet sich das ZDF mit Danger Dan und Igor Levit
Ab 21 Uhr wird die Veranstaltung live auf den YouTube-Kanälen von Danger Dan und Igor Levit übertragen. „Auch wenn das ZDF den Auftritt von ‚Keine Angst‘ verhindert hat“, so meldet die Berliner Agentur Checkyourhead im Auftrag der beiden Künstler, „wird er nun einem breiten Publikum zugänglich gemacht.“
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