Katzen miauen je nach Situation und Gemütszustand sehr unterschiedlich. Das Schnurren hingegen bleibt bei jeder Katze konstant und einzigartig – unabhängig von ihrer emotionalen Stimmung. Damit enthält das Schnurren von Hauskatzen deutlich mehr Informationen über ihre individuelle Persönlichkeit als ihr Miauen.
In einer aufwendigen Studie untersuchten Forscher der Universität Neapel hunderte Miau- und Schnurrlaute von Haus- und Wildkatzen. Eine KI-basierte Spracherkennung konnte allein anhand des Klangs 85 Prozent der Schnurrlaute der richtigen Katze zuordnen.
Katzen miauen anders, aber das Schnurren bleibt gleich
Das charakteristische Schnurren jeder Katze könnte laut den Forschern in ihrer individuellen Anatomie begründet liegen. Aufbau des Stimmtrakts, der Stimmbänder, des Kehlkopfes und der Muskeln beeinflussen die Erzeugung der niederfrequenten Vibrationen beim Atmen mit geschlossenem Mund.
Schnurrlaute für Katzen fungieren als verlässliche akustische Identitätsmerkmale, um vertraute Individuen wiederzuerkennen, schließen die Forscher. Unabhängig von Zeit und Umständen klingt Schnurren immer gleich.
Während das Schnurren als Identitätssignal dient, hat sich das an Menschen gerichtete Miauen flexibler entwickelt, um spezifische Reaktionen hervorzurufen. Katzen varrieren ihre Laute ja beabsichtigten Zweck an. Sie können in der Interaktion mit Menschen unterschiedlichste Bedürfnisse und Emotionen ausdrücken - beim Spielen, beim Betteln um Futter oder dem Einfordern von Zuwendung. Dafür variieren Katzen Mund- und Zungenbewegungen, was sich in den Lautdaten widerspiegelte.
Körpersprache als Hauptkommunikationsmittel von Katzen
- Aufrechter Schwanz mit leichter Krümmung = Freundliche Begrüßung
- Kopfstoßen (Bunting) = Markierung und Zuneigungsbekundung
- Langsames Blinzeln = Zuneigung, Entspannung
- Ohren nach vorne =Aufmerksamkeit, Interesse
- Ohren flach angelegt = Angst oder Aggression
- Schnurren = Meist Wohlbefinden, aber auch Selbstberuhigung bei Stress
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Domestizierte Katzen miauen variabler
Die Studie zeigte zudem, dass Hauskatzen deutlich variabler miauen als ihre wilden Verwandten wie Falbkatzen oder Europäische Wildkatzen. Denn bei ungezähmten Katzen miauen fast nur Kätzchen, um ihre Mutter zu rufen.
Im Zuge der Domestikation übertrugen auch erwachsene Katzen das Verhalten auf ihre menschlichen Bezugspersonen. Seniorautorin Mirjam Knörnschild vom Berliner Naturkundemuseum vermutet, dass das Leben mit Menschen Katzen begünstigt, die ihre Miaus anpassen können.
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