Der Ausbau der Bahnstrecke Berlin–Dresden verzögert sich. Wie die Deutsche Bahn am Donnerstag mitteilte, wird der Abschnitt zwischen Blankenfelde und Wünsdorf-Waldstadt erst Ende 2033 fertig – vier Jahre später, als bisher geplant. Grund sind Anforderungen im Planfeststellungsverfahren, insbesondere wegen Eingriffen in ein Moorgebiet bei Zossen.
Der Umbau des Bahnhofs Zossen bleibt laut Bahn dagegen im Zeitplan. Die Arbeiten dort sollen Ende 2027 abgeschlossen sein. Auch der Berliner Abschnitt der Strecke, die sogenannte Dresdner Bahn, ist seit Dezember 2025 in Betrieb.
90 Jahre für sechs Minuten weniger
Die erneute Verzögerung reiht sich in eine lange Geschichte ein. Zwischen 1936 und 1939 fuhr der legendäre Henschel-Wegmann-Zug mit seiner stromlinienförmigen Dampflokomotive die Strecke in 100 Minuten. Erst im aktuellen Fahrplan 2026 wurde diese Zeit unterboten: Die schnellste Verbindung schafft die Strecke nun in 94 Minuten. 90 Jahre für sechs Minuten Zeitgewinn.
Das erste Planfeststellungsverfahren für den Ausbau auf 200 Stundenkilometer wurde bereits 1998 eingeleitet. Seitdem sind 28 Jahre vergangen – und das Projekt ist noch immer nicht abgeschlossen.
Eine Strecke, die Geschichte spiegelt
Die Bahnverbindung zwischen Berlin und Dresden war immer ein Spiegel der Zeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wies die Strecke schwere Schäden auf, das zweite Gleis wurde als Reparationsleistung abgebaut. Mit dem Mauerbau 1961 wurde der S-Bahn-Verkehr zwischen Lichtenrade und Mahlow unterbrochen. 1992 wurde die Lücke wieder geschlossen und erst 2006 war Berlin-Dresden wieder zweigleisig.
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Die Strecke ist mehr als eine Pendlerverbindung. Sie gehört zu den Transeuropäischen Verkehrsnetzen und verbindet Berlin über Dresden und Prag mit Wien. Der vollständige Ausbau auf 200 Stundenkilometer soll die Fahrzeit auf 80 Minuten senken. Mit der Fertigstellung 2033 soll dieses Ziel erreicht werden.
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