MARZAHN. Als vor fünf Jahren der damalige Bausenator Peter Strieder (SPD) vorschlug, in Marzahn-Hellersdorf 5 000 Plattenbauwohnungen abzureißen und dafür Birkenwäldchen zu pflanzen, gab es großen Protest. Inzwischen hat allein die städtische Degewo im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost in Marzahn 3 600 Wohnungen abgerissen, insgesamt mussten im Bezirk mehr als 4 500 Wohnungen weichen. Strieders Birkenwäldchen wurden zwar nicht gepflanzt, dafür entstand eine Schorfheide-Landschaft.Das neue Grün gefällt den Anwohnern des Schorfheideviertels. "Das ganze Wohngebiet hat gewonnen", sagt Wolfgang Adolf (65). Der frühere Polier, der an vielen Bauten in Berlin gearbeitet hat - vom Freizeitforum Marzahn bis zu den Galeries Lafayette - ist vor fünf Jahren aus einem der Marzahner Abrisshäuser in einen sanierten Elfgeschosser an die Schorfheidestraße gezogen. "Unser Haus wirkt jetzt, als ob es in einem Park steht", sagt er.325 000 Euro investiert die Degewo in die Gestaltung der Grünflächen. Das Geld kommt aus Fördermitteln des Landes. Über die Anlage war lange mit den Anwohnern beraten worden, auch junge Landschaftsplaner, Architekten, Soziologen und Geografen wurden beteiligt. So entstand die Topografie der Schorfheide mitten in Marzahn. Bis zu drei Meter hohe Erdhügel wurden modelliert, auf denen 29 Kiefern wachsen und im Frühjahr Tulpen blühen werden. Ein zweiter Bauabschnitt beginnt nach dem Abriss zweier Sechsgeschosser. Dann soll eine Hirschplastik auf einen der Hügel gestellt werden. Auf dem Areal sind auch Multifunktionsboxen geplant, Mufus genannt - kleine Hütten, nutzbar als Garage, Werkstatt, Hobby- oder Probenraum. Die Anregung kam von den Anwohnern. "Im Herbst werden wir sie fragen, wer solche Boxen mieten will", sagt Degewo-Vorstand Frank Bielka. Denn die Mufus werden nur gebaut, wenn es Bedarf dafür gibt.
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