Demo gegen Bebauung

Freunde des Mauerparks sind wütend auf SPD

Stefan Strauß
2 Min

Etwa 2 000 Menschen sind am Sonnabendnachmittag vom Mauerpark in Prenzlauer Berg zum Roten Rathaus nach Mitte gezogen. Die meist jungen Leute, darunter viele Familien, protestierten gegen die geplante Bebauung des Mauerparkgeländes auf Weddinger Seite. Die vorgesehenen sechs- bis siebengeschossigen Wohnhäuser würden eine soziale Mauer zum Wedding darstellen und die anfänglichen Pläne, den Mauerpark zu einer Ost und West verbindenden Grünfläche zu gestalten, zunichte machen, sagte Heiner Funken vom Bürgerverein Gleimviertel. Auch die Initiative "Mediaspree versenken!", Gegner der Spreeufer-Bebauung, Antifagruppen, Linkspartei und Grüne beteiligten sich an der Demo.Der Protest der Mauerpark-Freunde richtet sich vor allem gegen den Baustadtrat von Mitte, Ephraim Gothe (SPD). Dieser hatte im Juli die Baupläne vorgestellt und sich gefreut, mit dem Eigentümerdes Geländes, dem Immobilienunternehmen Vivico, endlich einen Kompromiss in dem jahrelangen Streit um die Fertigstellung des Mauerparks gefunden zu haben. 14 Hektar groß soll der Mauerpark einmal sein, bisher wurden nur acht Hektar fertiggestellt. Hat der Park bis 2010 nicht eine Größe von zehn Hektar, droht dem Land Berlin eine Rückzahlung von Fördermitteln der Allianz Umweltstiftung in Höhe von 2,25 Millionen Euro. Gothe hatte sich mit der Vivico geeinigt, dass das Unternehmen dem Bezirk eine Fläche von 5,25 Hektar überlässt. Im Gegenzug erteilt Mitte der Vivico eine Baugenehmigung für die Wohnhäuser. Bisher ist das Gelände als Grünfläche ausgewiesen, darf also nicht bebaut werden.Nach dem Willen des Bezirkes Pankow soll das auch so bleiben. "Es gibt schon jetzt zu wenig Fläche für die Anwohner und die vielen Besucher des Parks", sagt Michail Nelken (Linke) Baustadtrat von Pankow. Am 25. November werden Gothes Baupläne im Stadtplanungsausschuss in Mitte vorgestellt.Die Bebauungsgegner fordern nun von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) und dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), dass das Land Berlin die fehlende Fläche von der Vivico kauft. "Es gibt ein Versprechen an die Bürger, und das muss eingehalten werden", sagt Heiner Funken. Das Thema Mauerpark werde bei den Berliner Wahlen 2011 eine entscheidende Rolle spielen. Im Senat heißt es, man vertraue dem Bezirk Mitte, ein gutes Konzept vorzulegen. (str.)

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