Umfrage

71 Prozent sind unzufrieden: So unterschiedlich bewerten Ost und West das politische System

Nur 41 Prozent der Deutschen sind mit der Demokratie zufrieden. Im Osten sind 71 Prozent unzufrieden. Die Ost-West-Unterschiede ziehen sich durch viele Bereiche.

3 Min
Leif-Erik Holm (r), Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bei einem Wahlkampfauftritt.

Leif-Erik Holm (r), Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bei einem Wahlkampfauftritt.

© Jens Büttner/dpa

Nur 41 Prozent der Menschen in Deutschland sind damit zufrieden, wie die Demokratie im Alltag funktioniert. Im Osten des Landes ist die Skepsis noch größer: Dort sind 71 Prozent unzufrieden. Das hat eine neue Demokratie-Umfrage von Forsa für das RTL/ntv-Trendbarometer ergeben.

Die Zahlen zeichnen das Bild einer gespaltenen Stimmung – zwischen Ost und West, zwischen politisch links und rechts und vor allem zwischen den Anhängern der einzelnen Parteien.

Was die Demokratie-Umfrage über Ost und West zeigt

Die Kluft zwischen Ost und West zieht sich durch die gesamte Erhebung. Mit dem politischen System, wie es das Grundgesetz vorsieht, sind im Westen 70 Prozent zufrieden. Im Osten sind es nur 51 Prozent.

Beim Blick auf den Alltag der Demokratie fällt der Abstand noch größer aus: Im Westen äußern 57 Prozent Unzufriedenheit, im Osten sind es 71 Prozent.

Bundesweit trennen viele Befragte deutlich zwischen der Idee und der gelebten Praxis. 68 Prozent sind mit dem politischen System, wie es die Verfassung festlegt, sehr oder eher zufrieden.

Doch nur 41 Prozent finden gut, wie Demokratie in Deutschland tatsächlich funktioniert. 59 Prozent sind damit unzufrieden.

Wie kritisch AfD-Wähler urteilen

Am schärfsten fällt das Urteil bei den Anhängern der AfD aus. Mit dem im Grundgesetz angelegten System sind hier nur 41 Prozent zufrieden, 59 Prozent unzufrieden. Beim Funktionieren der Demokratie steigt der Anteil der Unzufriedenen auf 89 Prozent.

Bei den anderen Bundestagsparteien überwiegt dagegen die Zufriedenheit mit dem Alltag der Demokratie:

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So sind die Wähler anderer Parteien mit der Demokratie zufrieden:

  • CDU/CSU: 64 Prozent zufrieden
  • SPD: 63 Prozent zufrieden
  • Grüne: 74 Prozent zufrieden
  • Linke: 54 Prozent unzufrieden (knappe Mehrheit)

Auch die eigene Verortung im politischen Spektrum prägt die Antworten. Wer sich selbst links einordnet, ist zu 59 Prozent mit dem Funktionieren der Demokratie zufrieden. In der politischen Mitte sind es nur 37 Prozent.

Rechts der Mitte überwiegt mit 76 Prozent klar die Unzufriedenheit mit dem Ist-Zustand.

Sorge um die Demokratie: fast 80 Prozent sind beunruhigt

Bei einem Punkt rücken die Lager zusammen. 79 Prozent aller Befragten machen sich große oder sehr große Sorgen um die Zukunft der Demokratie in Deutschland.

Am höchsten liegt der Anteil unter Anhängern der Linken mit 97 Prozent, gefolgt von SPD (84 Prozent) und Grünen (82 Prozent). Bei der Union sind es 78 Prozent. Am niedrigsten fällt der Wert bei AfD-Anhängern aus – mit 70 Prozent bleibt er aber hoch.

Der Blick auf die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Dort hat die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig die zuvor lange führende AfD in einer ZDF-Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen knapp überholt – 37 zu 36 Prozent, drei Tage vor der Abstimmung.

Rund 1,3 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Erstmals dürfen dort auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben.

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