Landesbibliothek

Der Alex soll es sein: Lösung für das Berliner Bibliotheksdilemma in Sicht

Der Eigentümer des jetzigen Galeria-Gebäudes auf dem Alexanderplatz und das Land Berlin unterzeichnen ein Papier. Es ist die Grundlage für alles Weitere.

Cornelia Geißler
Cornelia Geißler
3 Min
Die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) im Galeria-Kaufhaus am Alexanderplatz in der Visualisierung als einladender Ort.

Die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) im Galeria-Kaufhaus am Alexanderplatz in der Visualisierung als einladender Ort.

© Commerz Real/Atelier Oslo_lunghagem

Was fängt man mit einer Absichtserklärung in politisch unsicheren Zeiten an? Man macht sich Hoffnungen, kann sie mit Fakten anfüttern. Wie am Donnerstagmittag mitgeteilt wurde, haben das Land Berlin und Commerz Real eine Absichtserklärung für den Standort der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) am Alexanderplatz unterzeichnet.

Die ZLB ist derzeit auf zwei Standorte in der Stadt verteilt; beide Gebäude fassen nur noch unzureichend den Anstrom von 1,2 Millionen Besuchen im Jahr – und sind dringend sanierungsbedürftig. Es gab bereits verschiedene Lösungsvorschläge für Neubauten oder die Umnutzung vorhandener Bauten. Die Absichtserklärung ist so konkret wie lange nichts mehr.

Ein grundsätzliches Bekenntnis

Es heißt im Schreiben der Kulturverwaltung: „In der Erklärung bekennen sich beide Partner grundsätzlich zu einem Nutzungskonzept, das eine Antwort auf die kulturpolitische Herausforderung bietet, nach vielen Jahren eine zukunftsfähige, infrastrukturelle Lösung für die ZLB zu schaffen. Stadtentwicklungspolitisch wären durch die Ansiedlung zudem positive Effekte auf die Entwicklung des Berliner Stadtzentrums und seiner nachhaltigen Belebung zu erwarten.“

Übersetzt bedeutet das, die deutsche Hauptstadt bekäme ein zentrales Bibliotheksgebäude an einem Ort mit hohem Publikumsverkehr, der derzeit wenig zum Verweilen einlädt. Die ZLB hat das derzeit noch allein vom Galeria-Warenhaus genutzte Gebäude auf die Tauglichkeit als Großstadtbibliothek untersuchen lassen und dies den Senatsverwaltungen für Kultur und Finanzen  vorgelegt – die gegenwärtig beide von Bürgermeisterkandidat Stefan Evers (CDU) geführt werden. Welche Position er nach der Abgeordnetenhauswahl bekleidet, kann noch niemand wissen.

Noch im Januar sagte Jonas Fansa, Direktor der ZLB: „Kein anderer Platz Berlins ist so gut angebunden und zentral, gleichzeitig fehlt es hier an kulturellen und sozialen Ankerpunkten – eine Öffentliche Bibliothek kann diese große Lücke schließen.

In der Mitteilung wird vor allem ein Punkt betont, der den Charakter der Absichtserklärung beschreibt: „Damit erhalten beide Seiten ausreichend Zeit für die weiteren Verhandlungen über die für die ZLB vorgesehenen Flächen im Bestandsgebäude Alexanderplatz 9.“ Laut Stefan Evers gelte es nun, „die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen belastbar zu klären“.

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