Der Chef schläft bei der Truppe

Gilbert Schomaker
2 Min

Am Ende eines Arbeitstags fährt Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) in die Julius-Leber-Kaserne. In dem größten Stützpunkt der Bundeswehr in der Stadt hat der Minister seine Dienstwohnung bezogen. Dass sich für ihn abends die Schranke hebt, ist Normalität. Früher, während der Mauer-Zeit, waren dort französische Soldaten stationiert. Erst mit der deutschen Einheit und dem Abzug aller alliierten Soldaten konnte die Bundeswehr in der Hauptstadt ihre Dienststellen aufbauen. Ein Teil der Kasernen der in die Bundeswehr integrierten Nationalen Volksarmee wurde weiter genutzt. Mittlerweile gibt es 42 Dienststellen mit mehr als 4 500 Soldaten in Berlin.Das größte Bataillon der Bundeswehr steht bei Staatsbesuchen ständig im Mittelpunkt: das Wachbataillon. 1 700 Soldaten, davon 1 200 Wehrpflichtige, verrichten den protokollarischen Ehrendienst unter anderem beim Bundespräsidenten. Das heißt, sie stehen still, wenn Staatsgäste auf dem roten Teppich vorbeischreiten. "Die Bundeswehr versteht sich in Berlin als Dienstleistungsbetrieb für das Bundesverteidigungsministerium und die Bundesregierung", sagte Oberleutnant Alexander Wilke. Dienstleistungen für Staatsgäste erbringen auch die Feldjäger, die Polizei der Bundeswehr. Sie eskortieren die Staatsgäste durch die Stadt.Die Flugbereitschaft, die mancher Politiker für Dienstflüge nutzt, ist mit ihren Flugzeugen vom Typ Challenger CL-601 auf dem militärischen Teil in Tegel stationiert. 2 347 Passagiere beförderte die Luftwaffe 1998 von und nach Berlin, Tendenz steigend. In Gatow befinden sich das Kommando der dritten Luftwaffendivision und das Luftwaffenmuseum.Proteste bei GelöbnissenDie einzige Kampftruppe, das Jägerbataillon 1 mit dem Namen der Hauptstadt, ist in Kladow stationiert. Der Bekanntheitsgrad von Jäger- und Wachbataillon stieg in den vergangenen Jahren ungewollt sprunghaft an. Denn die öffentlichen Gelöbnisse der Rekruten wurden wiederholt von Bundeswehrgegnern gestört. Trotzdem ist die Bundeswehr mittlerweile Normalität in der Stadt, zum Leidwesen vieler junger Männer. Denn mit der Einheit kam die Wehrpflicht über den Westteil Berlins. Die Männer müssen sich nun zur Musterung nach Treptow begeben, wo das größte Kreiswehrersatzamt der Republik eingerichtet wurde. (sco.)Mehr Informationen unter: www.Bundeswehr.de.BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER Öffentliche Gelöbnisse von Bundeswehrrekruten gibt es erst seit der Wende in Berlin. Sie waren immer von Protesten begleitet.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner