Papst Leo XIV. hat seine Stimme für die US-Kongresswahlen am 3. November per Briefwahl abgegeben. Das Presseamt des Heiligen Stuhls bestätigte die Stimmabgabe am Freitag. Erstmals ist damit die Teilnahme eines amtierenden Papstes an einer politischen Wahl bekannt geworden.
Vom Augustinerorden nach Rom
Leo XIV. wurde in Chicago geboren und heißt mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost. Er ist der erste Papst aus den USA und der erste Augustiner an der Spitze der katholischen Kirche. Nach Angaben des Vatikans nahm Leo XIV. auch während seiner Jahre in Peru an Wahlen teil. Die Beteiligung an demokratischen Wahlen betrachte er als Recht und Pflicht der Bürger.
Prevost trat 1977 in den Augustinerorden ein und wurde 1982 zum Priester geweiht. Von 1985 an war er viele Jahre in Peru tätig, zuletzt als Bischof von Chiclayo. 2015 nahm er zusätzlich die peruanische Staatsbürgerschaft an.
2023 holte ihn Papst Franziskus nach Rom, wo er an der Ernennung von Bischöfen in aller Welt mitwirkte. Im selben Jahr wurde er Kardinal. Leo XIV. gilt als Vertreter der Reformlinie seines Vorgängers und setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein. In der Migrations- und Kriegspolitik widersprach er US-Präsident Donald Trump.
Heutiger Papst nahm auch an Vorwahlen teil
Die Zeitung Chicago Sun-Times hatte am Donnerstag berichtet, dass der Papst weiterhin im US-Bundesstaat Illinois als Wähler registriert ist. Das Wahlbüro von Will County bestätigte dem Blatt, dass Prevost am 3. Oktober Briefwahlunterlagen angefordert hatte.
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Von der Zeitung ausgewertete Wahlunterlagen zeigen, dass Prevost bereits mehrfach an US-Wahlen teilgenommen hat. Dazu zählen Vorwahlen sowohl der Demokraten als auch der Republikaner. In Illinois müssen sich Wähler nicht dauerhaft auf eine Partei festlegen.
435 Sitze im Repräsentantenhaus stehen zur Wahl
Bei den Kongresswahlen werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze neu vergeben. In 36 Bundesstaaten stehen außerdem Gouverneurswahlen an. In Illinois wird unter anderem über die Nachfolge von Senator Dick Durbin und eine weitere Amtszeit von Gouverneur JB Pritzker abgestimmt.
Für die Republikaner steht ihre knappe Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses auf dem Spiel. Gewinnen die Demokraten mindestens eine Kammer, könnten sie Gesetzesvorhaben von Präsident Donald Trump blockieren und Untersuchungen gegen seine Regierung einleiten.
Eine demokratische Mehrheit im Senat könnte zudem die Ernennung von Bundesrichtern und hochrangigen Regierungsvertretern blockieren, die Trump vorschlägt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
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