Ost-Wetter

Der Regen kommt von Westen – und der Osten wartet am längsten

Trockenheit im Osten: Hungersteine in der Elbe, Niedrigwasser an Spree und Neiße, Hitze bis 38 Grad. Was der DWD für die nächsten Tage erwartet.

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Freigelegtes Elbufer in Dresden: Die Elbe führte zuletzt rund 54 Zentimeter. (Archivbild)

Freigelegtes Elbufer in Dresden: Die Elbe führte zuletzt rund 54 Zentimeter. (Archivbild)

© IMAGO/Bernd März

Am Samstag regnet es in Deutschland wieder. Nur nicht hier.

Die Trendprognose des Deutschen Wetterdienstes ist in diesem Punkt eindeutig: Schauer und Gewitter ziehen zunächst über die Nordwesthälfte, teils mit Unwettergefahr. Die Südosthälfte bleibt heiter und meist niederschlagsfrei.

Für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg heißt das: warten. Der erste Regen kommt am Sonntag, flächendeckend erst am Montag.

Wetter im Osten: die DWD-Prognose bis Montag

Dienstag und Mittwoch: In der Nordhälfte hält sich kühlere Luft mit 18 bis 25 Grad, weiter südlich werden 25 bis 32 Grad erreicht. Am Mittwoch bleibt es im Nordosten heiter, sonst vielfach sonnig und trocken. Im Norden 20 bis 26, sonst 28 bis 35 Grad.

Donnerstag: Sonnig. Die Erwärmung läuft von Nordost nach Südwest auf 28 bis 37 Grad – der Osten liegt am unteren Ende der Spanne. Nachts kühlt es hier auf etwa 10 Grad ab, während der Westen bei 18 Grad bleibt.

Freitag: Der heißeste Tag. Viel Sonne, verbreitet 30 bis 38 Grad, kaum Gewitter.

Samstag: 27 bis 35 Grad. In der Südosthälfte nur vereinzelt Gewitter, meist bleibt es trocken.

Sonntag: Schauer und Gewitter ziehen quer über das Land nach Südosten, lokal mit Unwettergefahr. Im Norden 21 bis 26, sonst 26 bis 33 Grad.

Montag: Von Westen breitet sich schauerartiger Regen aus, gegen Abend erreicht er auch den Norden. 22 bis 29 Grad.

Oben feucht, unten leer: das ostdeutsche Dürreproblem

Der Osten steht anders da als der Süden. In den oberen Bodenschichten ist die Lage hier weniger dramatisch – der Schwerpunkt der Trockenheit liegt nach DWD-Analyse in der Südhälfte Deutschlands.

Der Blick in die Tiefe dreht das Bild. In 180 bis 190 Zentimetern besteht in Brandenburg, Sachsen-Anhalt sowie in Teilen Sachsens und Thüringens ein Defizit, während Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern dort gut versorgt sind. Das zeigt der Bodenfeuchteviewer des DWD, auf den das Umweltbundesamt verweist.

Diese Schicht füllt sich nicht im Sommer. Sie braucht Wochen bis Monate mit überdurchschnittlichem Niederschlag – realistisch also erst im Herbst- und Winterhalbjahr. Der schauerartige Regen ab Sonntag läuft auf verkrusteten Böden zu großen Teilen oberflächlich ab.

Elbe: Hungersteine bei Pirna, Schifffahrt eingestellt

Die Elbe führte in Dresden zuletzt rund 54 Zentimeter, knapp einen Meter unter dem langjährigen Mittel. Für die amtliche Einstufung zählt die Durchflussmenge: Unter 109 Kubikmetern pro Sekunde gilt Niedrigwasser, gemessen wurden zuletzt etwa 87.

Die Weiße Flotte fährt nur noch Stadtrundfahrten, Linien in die Sächsische Schweiz und nach Meißen sind gestrichen. Güterschiffe dürften erst ab September wieder verkehren.

Bei Pirna-Oberposta ragt der bekannteste sächsische Hungerstein aus dem Wasser, mit mehr als 20 eingemeißelten Jahreszahlen bis zurück ins Jahr 1707. An mehr als 80 Prozent der ausgewerteten sächsischen Pegel herrscht Niedrigwasser, auch an Mulde, Weißer Elster, Spree und Neiße.

Talsperren im Erzgebirge: nur noch halb voll

Im Talsperrensystem Klingenberg/Lehnmühle im Osterzgebirge liegt der Füllstand bei 53 Prozent des Stauziels, wie die Landestalsperrenverwaltung mitteilte. Im Juli flossen dort nur rund 32 Prozent der üblichen Wassermengen zu.

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Im Schnitt sind Sachsens Trinkwassertalsperren zu 81,6 Prozent gefüllt, im Vogtland und Westerzgebirge zu 86 bis 95 Prozent. Die Versorgung ist gesichert, ausgeglichen wird über Überleitungssysteme im Verbund.

Der Osten hält die Rekorde

Auf den Feldern fällt die Bilanz überraschend aus: Getreide und Raps reiften bei der Hitze rasch ab, die Ernte kam schnell voran. Laut DWD hatte die Trockenheit auf diese Kulturen geringe Auswirkungen.

Zwei Rekorde dieses Sommers stammen aus dem Osten. Am 27. Juni wurden in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt 41,8 Grad gemessen, der höchste je in Deutschland registrierte Wert. Und in Kubschütz bei Bautzen sank die Temperatur in einer Juninacht nicht unter 29,4 Grad – die wärmste Nacht seit Messbeginn.

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