Das war erwartet worden. In allen Umfragen zuvor galt ein Sieg von Klaus Wowereit bei der Abgeordnetenhauswahl als sicher. Zu groß war sein Vorsprung vor allen Konkurrenten. Regelmäßig lag er in den vergangenen Jahren bei der Frage nach Berlins beliebtestem Politiker weit vor allen anderen. Und so kam es dann auch. Seine Partei, die SPD, konnte sogar noch zulegen und holte mit 30,8 Prozent den besten Wert seit der Wiedervereinigung.Klaus Wowereit darf sich gleich aus mehreren Gründen über dieses Ergebnis freuen. Erstens kann er sich jetzt seinen künftigen Koalitionspartner aussuchen. Sowohl für Rot-Rot als auch für Rot-Grün wäre eine - wenn auch knappe - Mehrheit gegeben. Beide Varianten hätten es etwas für sich. Die PDS.Linkspartei hat sich fünf Jahre lang als loyaler Juniorpartner erwiesen, Wowereit wüsste also, was er an der PDS-Nachfolgepartei hätte. Die Grünen als regelrechte Westpartei könnten dem West-Berliner Wowereit gefühlsmäßig hingegen mehr liegen.Zweitens wird der klare Ausgang dieser Wahl auch Klaus Wowereits Einfluss in der Bundes-SPD stärken. Dort gilt er spätestens seit dem Abgang des Brandenburgers Matthias Platzeck als Mann der Zukunft. Und Wowereit hat auch schon vor dieser Abgeordnetenhauswahl erkennen lassen, dass er sich auf Bundesebene künftig mehr einmischen wolle. In Berlin sei mit der Grundsteinlegung für den Flughafen Schönefeld das Gröbste getan, jetzt reizten neue Aufgaben. Die Bundes-SPD ist nach vielen Wahlschlappen personell so ausgezehrt, dass sie sich nach Siegertypen sehnt. Manche nennen den Mann aus der Berlin in einem Atemzug mit Legenden wie Ernst Reuter oder Willy Brandt. Schon jetzt gilt er bundesweit als einer der beliebtesten Landesfürsten.------------------------------Foto: So sehen Sieger aus. Klaus Wowereit ließ sich nach der Wahl feiern.
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