Der Berliner Senat hatte 2020 beschlossen, noch konsequenter gegen sexistische Werbung vorzugehen. Helfen soll dabei die neue Jury, die ihre Arbeit im vergangenen Jahr aufgenommen hat. Die zehn ehrenamtlichen Mitglieder kommen unter anderem aus den Bereichen Verwaltung, Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft. Es gibt eine Anlaufstelle für Betroffene. Ein Online-Formular soll eine möglichst unkomplizierte Beschwerde – auch anonym – ermöglichen.
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Jury gegen sexistische Werbung nimmt Arbeit auf
Sexistisch: Darstellung von Frauen ohne Produktbezug
Wie aus dem ersten Tätigkeitsbericht des Gremiums hervorgeht, gingen 2021 insgesamt 22 Beschwerden gegen diskriminierende und sexistische Werbung ein. In 18 Fällen davon sei die Jury örtlich und sachlich zuständig gewesen. „Ein Großteil der Beschwerden hat sich auf Motive bezogen, die Frauen in sexistischer und herabsetzender Weise präsentieren. Solche Darbietungen als dekorative und käufliche Objekte sprechen Frauen Menschlichkeit und Würde ab“, sagte die Jury-Vorsitzende Gabriele Kämper.
Als Beispiel nennt der Bericht Darstellungen von Frauen ohne jeglichen Produktbezug, bei denen etwa mit einer Frau in Unterwäsche für Trockenbau, Türen und Fenster geworben wird.
Im ersten Jahr seiner Tätigkeit kontaktierte das Gremium nach eigenen Angaben in 15 der gemeldeten Fälle die betroffenenen Unternehmen. In acht Fällen sei daraufhin die Werbung gestoppt oder es seien Änderungen angekündigt worden, so die Jury. In fünf Fällen seien die Betroffenen uneinsichtig gewesen. Ihre Stellungnahmen zeigten aber eine Auseinandersetzung mit dem Thema, hieß es.
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