Die grundlegende Sanierung wichtiger Bahnstrecken in Deutschland wird sich nach Angaben der Deutschen Bahn weiter hinziehen. Bahnchefin Evelyn Palla kündigte an, die Zahl der jährlichen Generalsanierungen deutlich zu reduzieren.
Statt der ursprünglich vorgesehenen vier Generalsanierungen pro Jahr rechne sie künftig mit zwei, bei besonderen technischen Notwendigkeiten auch drei solcher Großprojekte, sagte Palla vor Journalisten in Berlin. Das überarbeitete Konzept werde derzeit mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt und solle bald vorgestellt werden. Konkrete Jahreszahlen nannte Palla nicht.
Bislang war vorgesehen, rund 40 ausgewählte Strecken bis 2036 grundlegend zu erneuern. Nach der Überarbeitung des Konzepts könnten die Arbeiten nun über das kommende Jahrzehnt hinausreichen. Als Gründe nannte Palla Erfahrungen aus den ersten Großbaustellen sowie die Frage, wie viel Geld im Sondervermögen des Bundes zur Verfügung stehe. „Wir werden die Anzahl der Korridorsanierungen pro Jahr an das Finanzierungsvolumen anpassen“, sagte Palla. Vier gleichzeitige Sanierungen verringerten zudem die Kapazitäten im gesamten Netz zu stark.
Kritik an bisherigem Vorgehen
Die Bahn hatte im zweiten Halbjahr 2024 mit den Generalsanierungen begonnen, zunächst auf der Riedbahn zwischen Mannheim und Frankfurt. Kern des Konzepts sind mehrmonatige Vollsperrungen. Inzwischen wurden auch die Strecken Emmerich–Oberhausen, Hamburg–Berlin, Hagen–Wuppertal–Köln und Nürnberg–Regensburg erneuert. Bei einigen Projekten kam es zu Verzögerungen und Einschränkungen beim Bauvolumen, nach Wiedereröffnungen gab es teils zahlreiche Störungen.
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Der Interessenverband Allianz Pro Schiene mahnte, die Sanierungen dürften nicht zum Dauerzustand werden. „Bis zum Ende des kommenden Jahrzehnts muss der Sanierungsstau aufgelöst sein. Insofern kann der Zeitplan nicht beliebig gestreckt werden“, sagte Geschäftsführer Dirk Flege.
Hochlaufphase nach Sanierungen geplant
Palla kündigte an, sanierte Strecken künftig nicht sofort mit voller Last in Betrieb zu nehmen. Man habe aus der Sanierung Hamburg–Berlin gelernt, „dass es keinen Stichtag gibt, an dem wir die Strecke aufmachen, und dann funktioniert alles wie am Schnürchen“. Es brauche eine Hochlaufphase. Zudem müssten Umleiterstrecken vor Beginn einer Generalsanierung besser vorbereitet werden. (mit dpa)
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