CDU

Spahn entschuldigt sich für Umgang mit Leihmutterschaft

Jens Spahn entschuldigt sich in einem Brief bei den CDU-Mitgliedern seines Wahlkreises. Er sei bei der Leihmutterschaft „zu feige“ gewesen, offen Farbe zu bekennen.

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Der frühere Unionsfraktionsvorsitzende im Bundestag Jens Spahn hat die CDU-Mitglieder seines Wahlkreises um Entschuldigung für seinen Umgang mit einer Leihmutterschaft in den USA gebeten.

Der frühere Unionsfraktionsvorsitzende im Bundestag Jens Spahn hat die CDU-Mitglieder seines Wahlkreises um Entschuldigung für seinen Umgang mit einer Leihmutterschaft in den USA gebeten.

© Michael Brandt/dpa

Der frühere Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Jens Spahn, hat sich bei den CDU-Mitgliedern seines Wahlkreises für seinen Umgang mit einer Leihmutterschaft in den USA entschuldigt. „Ich war zu feige, bei diesem sensiblen Thema offen Farbe zu bekennen“, schreibt Spahn in einem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

In dem Schreiben an seine Parteifreunde im Wahlkreis Steinfurt I/Borken I im Münsterland nimmt Spahn Bezug auf die Diskussion, die die Geburt seines Sohnes mit Hilfe einer Leihmutter in den USA ausgelöst hatte. Vor allem durch den Widerspruch zwischen seiner früher öffentlich vertretenen Haltung und seiner persönlichen Entscheidung habe er Vertrauen enttäuscht. „Dafür möchte ich Sie um Entschuldigung bitten.“

Jahrelanger Abwägungsprozess

Er habe mit seinem Mann viele Jahre lang unterschiedliche Wege „erwogen, geprüft, verworfen und erneut betrachtet“, um den gemeinsamen Kinderwunsch zu erfüllen, schreibt Spahn. In diesem Prozess habe sich seine zuvor eher skeptische Haltung zur Leihmutterschaft verändert. Wichtig seien dabei die konkreten Bedingungen in den USA sowie eine deutsche Rechtsprechung aus dem Jahr 2018 gewesen, die eine in den USA gerichtlich festgestellte Elternschaft nach Leihmutterschaft unter bestimmten Voraussetzungen mit deutschem Recht vereinbar mache.

„Aber ich habe es versäumt, diesen Abwägungsprozess rechtzeitig offenzulegen und meine veränderte Position zu erklären“, räumt Spahn ein. Er habe eine schwierige Debatte vermeiden wollen, auch zum Schutz seiner werdenden Familie, und damit am Ende eine sehr viel schwierigere Debatte ausgelöst. „Das war falsch. Ich bedaure das zutiefst.“

Wechsel in den Haushaltsausschuss

Ende Juli war der 46-Jährige vom Fraktionsvorsitz zurückgetreten, nachdem er die Geburt des Kindes mit Hilfe einer Leihmutter publik gemacht hatte. Kritik kam auch aus der eigenen Partei, weil Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und sich die CDU gegen eine Legalisierung ausspricht. Auch Spahn selbst hatte diese Position in der Vergangenheit vertreten.

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Sein Bundestagsmandat behielt Spahn. Er wird nun Mitglied des Haushaltsausschusses und wolle als direkt gewählter Abgeordneter weiterhin die Interessen seiner Heimat im Bundestag vertreten, erklärte er in dem Brief. „Beide Aufgaben möchte ich mit voller Kraft wahrnehmen – in dem Bewusstsein, dass Vertrauen immer wieder neu erarbeitet werden muss.“

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