Vormarsch der Taliban

Deutsche Botschaft wollte Afghanistan offenbar auf eigene Faust verlassen

Die Regierung hat einem Bericht zufolge die Warnungen vor Ort zunächst nicht ernst genommen. Das Auswärtige Amt hingegen spricht von „einvernehmlichem Handeln“.

Team News Carola Tunk AFP/ctu
2 Min
Dieses Satellitenfoto zeigt die militärische Seite des internationalen Flughafens von Kabul.

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© Planet Labs Inc.

Der Entschluss zur Evakuierung wurde der Zeitung zufolge am vergangenen Sonntag um kurz vor 12.30 Uhr (Ortszeit) eigenständig in Kabul gefasst. Wenig später sei die Evakuierung angeordnet worden – auf eigene Faust. Erst danach habe der Vize-Botschafter eine E-Mail mit der Bitte um Freigabe ans Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts geschickt.

Auswärtiges Amt: Haben „unverzüglich grünes Licht“ für Evakuierung gegeben

Das Auswärtige Amt sagte der Welt am Sonntag hingegen, man habe immer einvernehmlich mit der Botschaft gehandelt. Über das Wochenende habe man in „engstem Kontakt“ über die Evakuierungsvorbereitungen gestanden. Am Freitag sei auch die Einschätzung der Botschaft so gewesen, dass zwar die Sicherheit nicht mittel- oder langfristig zu gewährleisten sei, kurzfristig aber schon.

Während die Vorbereitungen zur Evakuierung bereits liefen, seien die „Zeitlinien dafür am Samstag durch die rapide Verschlechterung der Lage immer kürzer“ geworden. Als die Botschaft am Sonntag um die sofortige Evakuierung gebeten habe, habe man „unverzüglich grünes Licht“ gegeben.

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Die Taliban waren nach einem raschen Eroberungsfeldzug am vergangenen Sonntag in Kabul einmarschiert und damit knapp 20 Jahre nach dem Einmarsch westlicher Truppen in Afghanistan an die Macht zurückgekehrt. Zehntausende Menschen versuchen derzeit, aus dem Land zu fliehen.

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