Russland hat die Vermögenswerte des deutschen Handelskonzerns Metro in dem Land unter „vorübergehende Verwaltung“ gestellt. Ein entsprechender Erlass von Präsident Wladimir Putin wurde am Montag veröffentlicht, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtet. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass die Vermögenswerte an das russische Unternehmen UK Torg RUS übertragen werden sollen. Laut Reuters enthält der Erlass keine Begründung für die Übertragung der Kontrolle.
Die russische Tochtergesellschaft von Metro erklärte laut Reuters am Montag, sie arbeite wie gewohnt und erfülle weiterhin sämtliche Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden in den Märkten und Online-Shops. Zu dem Erlass selbst äußerte sich das Unternehmen demnach nicht direkt. Nach Angaben von Interfax betrieb Metro im Jahr 2025 insgesamt 91 Handelsstandorte in 51 russischen Regionen.
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Ähnlicher Schritt bei Nestlé und Auchan
Laut AFP erwirtschaftete Metro in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen Umsatz von 2,14 Milliarden Euro in Russland. Das entsprach demnach rund 8,7 Prozent des Gesamtumsatzes des Konzerns. Der russische Markt verzeichnete dem Bericht zufolge einen Umsatzanstieg von mehr als zehn Prozent und trug damit etwa ein Drittel zum gesamten Wachstum des Unternehmens bei. Die Barmittel und Zahlungsmitteläquivalente der russischen Tochtergesellschaft beliefen sich nach Angaben von AFP zum 30. Juni 2026 auf 152 Millionen Euro.
Die Übernahme der Metro-Vermögenswerte reiht sich in eine Serie ähnlicher Maßnahmen ein. Laut AFP hatte der Kreml in der Vorwoche bereits das Russland-Geschäft des US-Konzerns Aptar unter russische Verwaltung gestellt. Zuvor waren demnach auch die russischen Geschäfte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé, der französischen Unternehmen Auchan und FM Logistic sowie das frühere Russland-Geschäft von Leroy Merlin betroffen.
Der Kreml hatte die Maßnahmen für Nestlé und Auchan laut Reuters auch mit feindseligen Handlungen „unfreundlicher“ Staaten begründet. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 haben sich zahlreiche westliche Unternehmen aus Russland zurückgezogen. Andere stellten ihre Aktivitäten ein oder wurden an russische Gesellschaften übertragen, wie AFP berichtet. (mit AFP)
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