Für Robert Dahl ist es wie nach Hause kommen. Mit 14 war er das erste Mal in Oxnard, der selbsternannten Erdbeerhauptstadt der Welt, gelegen am Pazifik westlich von Los Angeles. Hier soll Karls erstes Erlebnisdorf in Übersee entstehen und 2028 eröffnen. Geburtshelfer ist ausgerechnet ein gebürtiger Rostocker.
Der Architekt Axel Stelter hat über seine Eltern, die immer noch in Rostock-Laage leben, ein Interview von Robert Dahl in der Wochenzeitung Die Zeit bekommen und gelesen. Auf die Frage nach seinem größten Traum antwortet Robert Dahl, das sei, ein Erlebnisdorf in Kalifornien zu eröffnen. „Groß darüber nachgedacht habe ich nicht und es zwei Minuten später auch wieder vergessen“, gesteht er. Eine Mail von Axel Stelter brachte die Sache dann ins Rollen.
Der Baugrund in Fishermans Wharf direkt am Hafen von Oxnard war schnell gefunden, die Holzhäuser darauf wurden in einem Masterplan für Karls Erlebnisdorf verarbeitet. Der war fertig, doch dann kam der Schock. Die Gebäude sind zu gut 50 Prozent von Termiten zerfressen. „Die dürften eigentlich gar nicht mehr stehen“, erinnert sich Robert Dahl in einem kleinen YouTube-Video, das die Anfänge in den USA begleitet, an die Aussage des Gutachters. Und so beginnt der Neubau mit einer großen Abrissparty und 400 geladenen Gästen.
Ein Name für den Freizeitpark wird noch gesucht. „Erlebnisdorf“ ist eine Option, aber für Amerikaner schwer auszusprechen. Entstehen soll ein Ort, der gestalterisch mit den großen deutschen Karls-Freizeitparks vergleichbar ist und typische Attraktionen wie eine Traktorbahn, eine Raupenbahn, Spielplätze sowie die traditionelle Kartoffelsackrutsche an die amerikanische Westküste bringt. Es wird eine eigene Bäckerei und auch eine Marmeladenmanufaktur geben. Die Erdbeeren sollen direkt aus dem kalifornischen Umland bezogen werden.
Das Investitionsvolumen für das Großprojekt wird auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt. In dem Freizeitpark sollen rund 100 neue Arbeitsplätze entstehen, und Robert Dahl setzt auf die Vernetzung mit den deutschen Standorten. Seine Angestellten bekommen die Möglichkeit, zeitweise in den USA zu arbeiten.
Auch für die Besucher wird eine transatlantische Brücke geschlagen. Jahreskarten können ab 2028 auf beiden Seiten des Atlantiks eingelöst werden.
Das 1993 in Mecklenburg-Vorpommern gegründete Unternehmen betreibt in Deutschland mittlerweile acht Standorte, weitere drei sind in Planung. Mit dem Schritt nach Kalifornien leitet das Unternehmen die Internationalisierung der Marke ein.
Namensgeber des Erdbeerdorfes ist der Opa von Robert Dahl. 1921 kaufte Karl Dahl einen Gemüsehof in der Nähe von Rostock. Nach dem Zweiten Weltkrieg flüchtete die Familie nach Schleswig-Holstein, spezialisierte sich dort auf den Anbau von Erdbeeren und belieferte unter anderem die Schwartauer Werke.
Rückkehr nach Rövershagen
Nach der Wende schlug Karl-Heinz Dahl seinem Sohn Robert vor, in die alte Heimat nach Mecklenburg-Vorpommern zurückzukehren. 1992 gründete Robert, damals 22 Jahre jung, in Rövershagen seinen ersten Erdbauanbaubetrieb. Die Früchte wuchsen auf insgesamt zehn Hektar großen Feldern im Umland. Um sie zu vermarkten, erfand Dahl die bekannten markanten Verkaufsstände in Erdbeerform.
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Nach dem Ende der Erdbeersaison 1993 kamen immer noch viele Urlauber auf den Hof und suchten nach Angeboten. Robert Dahl begann, Kaffee, Kuchen und regionale Produkte wie Landsalami auf einem kleinen Bauernmarkt zu verkaufen. Das Areal wurde zunächst um einen Spielplatz erweitert. Später kam mit der Traktorbahn das erste größere Fahrgeschäft dazu. Mittlerweile sind die Gastronomie, der Hofladen mit seinen gläsernen Manufakturen und kostenlose Spielmöglichkeiten zum Klettern und Toben Bestandteil des erfolgreichen Konzepts, das nun auch in den USA funktionieren soll.
Karlchen ist als Übergepäck mit an die Westküste gereist. Hier wird er als Botschaft der Erdbeerwelt auch bleiben.
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