Die schwarz-rote Koalition will die Reformen im Land beschleunigen, zugleich bedroht Russland die Nato, und in den USA redet Präsident Trump über einen „Krieg im Innern“. Genug Stoff für eine kontroverse Maischberger-Sendung am Dienstagabend. Auf dem Podium: Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU), Grünen-Chef Felix Banaszak und CNN-Journalist Frederik Pleitgen. Während Frei und Banaszak auf der Bühne erstaunlich sachlich blieben, wurde die Auseinandersetzung inhaltlich schärfer – vor allem beim Thema Energiepolitik.
Banaszak räumte zwar ein, dass in der Ampel vieles nicht gut funktioniert habe. Doch die Verantwortung für die aktuelle Wirtschaftslage sieht er nicht bei den Grünen. Vielmehr wirft er der neuen Regierung vor, Klimapolitik „bewusst und interessengesteuert“ zu bekämpfen. „Die Interessen, die diese Regierung vertritt, sind die der Fossilen“, sagte er. Frei wies das empört zurück: Die hohen Energiepreise seien Folge der Ampel-Politik, die schwarz-rote Koalition setze nun auf Versorgungssicherheit und Marktwirtschaft.
Banaszak kritisiert die Regierung scharf
Auch in der Schnellfragerunde zeigte sich ein Muster: Auf klare Ja-Nein-Fragen wich Kanzleramtschef Frei aus, verwies auf eingesetzte Kommissionen – sei es zur Rente oder zur Pflege. Banaszak blieb hingegen bei seiner Linie und hielt der Bundesregierung vor, wichtige Zukunftsbranchen wie Solar- und Windenergie bewusst ins Hintertreffen geraten zu lassen.
Für die nötige Auflockerung sorgte Literaturkritiker Denis Scheck mit bissigen Kommentaren über Merkels Autobiographie oder Trumps Politikstil. CNN-Journalist Frederik Pleitgen wiederum ordnete Trumps Rhetorik nüchtern ein: Von einem Bürgerkrieg sei Amerika weit entfernt, auch einen russischen Großangriff auf die Nato halte er für unwahrscheinlich. Damit endete die Sendung mit einer beruhigenden Botschaft – nach einer Debatte, in der Felix Banaszak die Bundesregierung so heftig angegriffen hatte wie selten zuvor.
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