Die Ölpreise sind zum Wochenauftakt im frühen asiatischen Handel gefallen. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich am Montag um 1,47 Prozent auf 103,18 US-Dollar je Barrel (159 Liter), wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete. Die US-Sorte WTI gab um 1,68 Prozent auf 90,31 US-Dollar nach.
Besonders deutlich sank der Preis für Gasöl an der Londoner Börse ICE: Die Terminkontrakte, mit denen Händler künftige Lieferungen zu heute festgelegten Preisen absichern, verloren drei Prozent auf 1436 Dollar je Tonne.
Auslöser des Rückgangs ist nach Angaben von Reuters die Aussicht auf zusätzliche russische Lieferungen. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag erklärt, Russland werde umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel an die USA und den Weltmarkt liefern. Im November sollen weitere 500.000 Tonnen folgen, danach eine weitere Million Tonnen.
Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) liegt der weltweite Dieselverbrauch bei rund 3,9 Millionen Tonnen pro Tag.
Zweifel an angekündigter Waffenruhe
Zusätzlich hatte Trump am Sonntag unerwartet mitgeteilt, Russland und die Ukraine hätten sich auf eine Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen geeinigt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte laut Reuters jedoch, er warte noch auf Einzelheiten. Russland äußerte sich bislang nicht.
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Tim Waterer, Chefanalyst bei KCM Trade, sagte, solange unklar sei, ob und wie lange eine solche Vereinbarung halte, dürfte der Preisrückgang begrenzt bleiben.
IEA ruft Mitglieder zu weiteren Freigaben auf
IEA-Direktor Fatih Birol hat die Mitgliedstaaten am Sonntag aufgefordert zu prüfen, ob zusätzliche Freigaben aus den strategischen Dieselreserven nötig seien. Länder, die ihre im März zugesagten Mengen noch nicht vollständig geliefert hätten, sollten die verbleibenden Freigaben beschleunigen und dabei Diesel bevorzugen. Am 15. Oktober tagt der IEA-Gouverneursrat.
Nach oben treibt den Rohölpreis weiterhin der Nahost-Konflikt. Die Huthi-Miliz hat sich zu einem Angriff auf den Flughafen von Riad am Samstag bekannt, bei dem nach saudischen Angaben 13 Menschen getötet wurden. Zudem meldete die britische Behörde UKMTO am Wochenende zwei Angriffe auf Tanker im Golf von Oman und in der Straße von Hormus.
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