Ukraine

Diplomatische Krise: Selenskyj und drei Ex-Präsidenten geben polnische Orden zurück

Der polnische Präsident Nawrocki entzieht Selenskyj einen Orden. Dieser schickt ihn zurück. Mehrere ukrainische Ex-Präsidenten wollen ebenfalls Auszeichnungen zurückgeben.

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Andrzej Duda (r), damaliger Präsident von Polen, überreicht dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Adlers

Andrzej Duda (r), damaliger Präsident von Polen, überreicht dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Adlers

© Radek Pietruszka/PAP/dpa

Nach dem Entzug des polnischen Ordens des Weißen Adlers durch den polnischen Präsidenten Karol Nawrocki hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Auszeichnung nach eigenen Angaben nach Warschau zurückgeschickt. Auch drei frühere Staatschefs der Ukraine geben ihre Orden zurück.

Selenskyj veröffentlichte am Samstag auf der Plattform X ein Foto, auf dem der Orden in einer Schachtel verpackt wird. Wenn die Ansicht bestehe, dass „dieses besondere Symbol bei Katharina II., bei Benito Mussolini und Gerhard Schröder verbleiben darf“, werde die Ukraine nicht dagegen argumentieren, schrieb er.

Die Ukraine sei Polen für dessen Unterstützung dankbar und bleibe offen für einen Austausch, um „widersprüchliche Interpretationen der schwierigen und schmerzhaften Kapitel unserer gemeinsamen Vergangenheit“ zu vermeiden, so Selenskyj. Der 2023 verliehene Orden sei nach damaligem Verständnis für das ukrainische Volk und die Armee bestimmt gewesen.

Frühere ukrainische Präsidenten wollen Auszeichnungen zurückgeben

Auch die ehemaligen Präsidenten Leonid Kutschma, Wiktor Juschtschenko und Petro Poroschenko kündigten laut der Nachrichtenagentur Reuters an, ihre Auszeichnungen zurückzugeben. Außenminister Andrij Sybiha und der Leiter des Präsidialamts Kyrylo Budanow verzichteten ebenfalls auf ihnen verliehene Auszeichnungen.

Ex-Präsident Poroschenko erklärte auf Facebook, der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew habe Nawrockis Entscheidung bereits begrüßt. Die diplomatische Krise zwischen Kiew und Warschau müsse „unverzüglich gelöst werden“.

Nawrocki hatte am Freitag mitgeteilt, Selenskyj den Orden zu entziehen, nachdem eine ukrainische Militäreinheit nach den „Helden der UPA“ benannt wurde. In der Ukraine wird die Ukrainische Aufständische Armee laut Reuters auch mit dem Widerstand gegen die Sowjetunion und das nationalsozialistische Deutschland sowie mit dem Kampf um Unabhängigkeit in Verbindung gebracht. In Polen wird sie laut TVP World für Massaker in Wolhynien zwischen 1943 und 1945 verantwortlich gemacht, bei denen nach polnischen Angaben rund 100.000 Polen getötet wurden.

Die Entscheidung richte sich nicht gegen das ukrainische Volk und ändere nichts an der strategischen Ausrichtung der polnischen Sicherheitspolitik, sagte Nawrocki laut Reuters zu der Entscheidung. Am Samstag verteidigte er sein Vorgehen: Die „Schmerzgrenze“ der polnischen Nation sei überschritten worden.

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Polnische Regierungspolitiker äußern sich

Mitglieder der polnischen Regierung warnten vor einem Schaden für die bilateralen Beziehungen. „Der Gewinner im Krieg um Geschichte und Orden kann nur Moskau sein“, schrieb Außenminister Radoslaw Sikorski auf X. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz erklärte laut Reuters, eine Eskalation nutze „nur dem Feind“.

Ministerpräsident Donald Tusk hatte bereits am Freitag erklärt, der Konflikt zwischen Polen und der Ukraine erfreue den russischen Präsidenten Wladimir Putin und schockiere die Verbündeten. Aufgabe der polnischen und ukrainischen Präsidenten sei es, die Lage zu beruhigen.

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