Kunst-Festival

Film über Afrika bekommt Hauptpreis der dokumentART in Neubrandenburg

Fünf Preise wurden auf dem Festival vergeben. Die internationale Jury würdigt vor allem den Film „The Recce“ über koloniale Verflechtungen.

OAZ
3 Min
Der Film „The Recce“ erzählt über Uganda, die Geschichte und afrikanische Tierwelt.

Der Film „The Recce“ erzählt über Uganda, die Geschichte und afrikanische Tierwelt.

© dokumentART/PR

Der Film „The Recce“ von Daniel Mann ist mit dem Hauptpreis der 32. dokumentART ausgezeichnet worden, die heute in Neubrandenburg zu Ende geht.

Der mit 5.000 Euro dotierte Latücht-Preis des Landes Mecklenburg-Vorpommern wurde am Samstagabend im Rahmen der feierlichen Preisverleihung des Europäischen Filmfestivals in Neubrandenburg vergeben. Die internationale Jury lobte an dem 15-minütigen Film über Uganda vor allem die Herangehensweise von Daniel Mann. Dieser reiste für den Film über die Geschichte des Landes absichtlich nicht selbst nach Afrika, um keine kolonialen Denkmuster und damit bestimmte Blickwinkel, die Europäer haben könnten, zu bedienen.

Stattdessen ließ er Menschen in Uganda ihr Land aus deren eigenen Blickwinkeln einfangen und schnitt die Bilder dann zusammen.

Daniel Mann gewann den Hauptpreis der dokumentART in Neubrandenburg.

Daniel Mann gewann den Hauptpreis der dokumentART in Neubrandenburg.

© dokumentART

Die Jury begründete ihre einstimmige Entscheidung mit den Worten: „Wie kann es gelingen, mit einem ebenso klugen wie einfachen Film so große Themen wie Kolonialismus und Beziehungen zu behandeln – und dabei einen Bogen von den Archiven in London bis zum Regenwald in Uganda zu spannen? Der Hauptpreis geht an The Recce.“

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Jury aus fünf jungen Inhaftierten

Der mit 2.000 Euro dotierte Preis der Stadt Neubrandenburg für den künstlerisch und gesellschaftlich mutigsten Film ging an Stefanie Schroeder für „Warnings to the Distant Future“. Mit dem NDR-Publikumspreis und 1.000 Euro wurde Dominika Tarinovas Film „Eternity and a Day“ ausgezeichnet.

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Ein besonderer Preis wurde in diesem Jahr erstmals von Jugendlichen der JVA Neustrelitz vergeben. Fünf junge Inhaftierte hatten sich zu einer Jury zusammengeschlossen und aus sechs Filmen ihren Favoriten gewählt. Ihre Entscheidung fiel auf „Tigerlächeln“ („Tiger's Smile“) von Stella Fachinger. Sie bekam als Preis eine Holzskulptur, die in der Holzwerkstatt der Jugendanstalt angefertigt wurde.

Die neue Kooperation hatte am Freitag mit einer Filmvorführung und einem intensiven Gespräch zwischen 25 Jugendlichen und internationalen Filmschaffenden ihren Höhepunkt erlebt.

Insgesamt waren für die 32. dokumentART knapp 1.000 Filme eingereicht worden, von denen 51 für den Europäischen Wettbewerb ausgewählt wurden.

Vertikaler Tanz am Hochhaus. Der Auftakt am Neubrandenburger „Kulturfinger“

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© Lucia Alfaro

Positive Festivalbilanz

Insgesamt zogen die Organisatoren eine positive Bilanz. Das Festival habe sich weiter für Menschen aus Neubrandenburg und der gesamten Region geöffnet.

Besonders gut besucht war der Auftakt am Dienstag: Rund 500 Menschen verfolgten die spektakuläre Vertical-Dance-Performance Aerial. Roots am Neubrandenburger Kulturfinger. Anschließend sahen 250 Besucher im ausverkauften CineStar den französischen Naturfilm „Das Flüstern der Wälder“.

Mit Filmvorführungen und Begegnungen in der Regionalbibliothek, der Kunstsammlung, der Offenen Mühle, dem Café International und an der Hochschule Neubrandenburg ging die dokumentART in diesem Jahr bewusst neue Wege. Die Kooperationen sollen weiterentwickelt werden.

Die 32. dokumentART endet am Sonntagabend mit der Finissage der Ausstellung „Dig where you stand“ von Studierenden der Kunstakademie Stettin in der Offenen Mühle. Die europäische Filmbegegnung wird anschließend in Polen fortgesetzt.

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