Saudi-Arabien ist nicht mehr an der von China mitentwickelten Digitalwährungsplattform mBridge beteiligt. Die Financial Times erhielt nach eigenen Angaben eine Bestätigung aus Riad, dass das Land das Projekt bereits im vergangenen Jahr verlassen hat. Der Rückzug war dem Bericht zufolge zuvor nicht öffentlich bekannt.
Die digitale Plattform mBridge soll laut Financial Times grenzüberschreitende Zahlungen zwischen Zentralbanken mit deren eigenen digitalen Währungen ermöglichen. Die auf Blockchain-Technologie basierende Plattform soll zudem Transaktionen beschleunigen und günstiger machen.
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Wer ist an mBridge beteiligt?
In den USA ist das Projekt dem Bericht zufolge auch mit Blick auf die Bedeutung des Dollar-dominierten internationalen Zahlungssystems aufmerksam verfolgt worden. Demnach gebe es Befürchtungen, dass dollarbasierte Zahlungsnetzwerke wie Swift umgangen werden könnten.
An mBridge waren neben China zunächst die Zentralbanken beziehungsweise Währungsbehörden von Hongkong, Thailand und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) beteiligt – eine internationale Organisation, die die Zusammenarbeit von Zentralbanken fördert. Saudi-Arabien wurde laut dem Bericht 2024 aktiver Teilnehmer des Projekts.
Was sagt Saudi-Arabiens Zentralbank?
Saudi-Arabiens Zentralbank SAMA erklärte gegenüber der Financial Times, der Rückzug sei Teil des ursprünglichen Plans gewesen. SAMA sei bereits 2023 zunächst als Beobachter zu mBridge gestoßen und habe sich 2024 an der Entwicklung einer grundlegenden Version der Plattform sowie an einem Praxistest beteiligt. Den sogenannten „Proof of Concept“ habe die Zentralbank im Mai 2025 abgeschlossen. „Wie geplant“ habe SAMA den Test erfolgreich beendet und sei anschließend kein teilnehmendes Mitglied mehr gewesen.
Ob dabei auch der Druck aus den USA eine Rolle spielte, ließ die Financial Times offen. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte der Zeitung, es wäre „unzutreffend, daraus weitergehende Schlüsse zu ziehen“, da die Beteiligung Saudi-Arabiens von Beginn an begrenzt gewesen sei. Ein weiterer Insider sagte demnach, SAMA wolle nicht mehr öffentlich an dem Projekt beteiligt sein, engagiere sich aber weiterhin auf weniger sichtbare Weise.
Die BIZ war bereits 2024 aus mBridge ausgeschieden. Die Financial Times hatte zuvor berichtet, dass Washington Druck auf die BIZ ausgeübt habe. Der damalige BIZ-Chef Agustín Carstens erklärte später, die Organisation sei aus dem Projekt „herausgewachsen“. Der Ausstieg sei weder wegen eines Scheiterns noch aus politischen Gründen erfolgt.
Alternative zum Dollar: Trump drohte mit Zöllen
US-Präsident Donald Trump hatte Brics-Staaten in der Vergangenheit mit Zöllen von 100 Prozent gedroht, sollten sie Alternativen zum Dollar vorantreiben. „Wir werden von diesen scheinbar feindseligen Ländern die Zusage fordern, dass sie weder eine neue Brics-Währung schaffen noch irgendeine andere Währung unterstützen, um den mächtigen US-Dollar zu ersetzen“, erklärte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters im Januar 2025 auf Truth Social.
Daleep Singh, damals stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater für internationale Wirtschaftsfragen unter Präsident Joe Biden, warnte laut Financial Times Anfang 2025, China könne bei mBridge großen Einfluss auf die Standards der Plattform in Bereichen wie „Datenschutz, Sicherheit, Interoperabilität und die Durchsetzung von US-Sanktionen“ ausüben.
Nach Angaben der Zeitung soll mBridge demnächst kommerziell eingesetzt werden. In diesem Jahr trat nach Angaben der Zeitung die Währungsbehörde von Macau dem Programm bei und führte das System im Juni ein. Mehrere am Projekt beteiligte Zentralbanken lehnten eine Stellungnahme dem Bericht zufolge ab.
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