Energie

Donau-Niedrigwasser: Rumänien schaltet Atomkraftwerk ab

Um die Abschaltung hinauszuzögern, wurde unter anderem ein Felsen gesprengt. Nun wird auch der zweite Reaktor des Atomkraftwerks Cernavoda heruntergefahren.

3 Min
Das Atomkraftwerk Cernavoda

Das Atomkraftwerk Cernavoda

© Alex Nicodim/imago

Die Abschaltung des Atomkraftwerks Cernavoda in Rumänien hat begonnen. Weil die Donau historisch wenig Wasser führt, kann das einzige Atomkraftwerk Rumäniens seinen noch laufenden Reaktor nicht weiter betreiben. Das teilte das staatliche Atomenergieunternehmen Nuclearelectrica am Donnerstag mit, wie die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters übereinstimmend berichten.

Bereits Ende Juli musste der erste der beiden Reaktoren vom Netz. Nun folgt laut Nuclearelectrica auch der zweite, „aufgrund des erheblichen und anhaltenden Rückgangs des Wasserstands der Donau“. Die beiden Reaktoren machen Reuters zufolge rund ein Fünftel der Stromerzeugung des Landes aus.

Geringe Niederschläge und mehrere Hitzewellen haben den Pegel der Donau laut AFP auf historische Tiefstände sinken lassen. Das Wasser wird zur Kühlung benötigt. Es sei das erste Mal seit einer Dürre im Jahr 2003, dass das Kraftwerk vollständig heruntergefahren wird. Damals stand der Betrieb laut dem Bericht für mehrere Wochen still.

Gesprengter Felsen und versenkte Kähne

Rumänien hat mit außergewöhnlichen Mitteln versucht, die Abschaltung hinauszuzögern. Ursprünglich sollte der zweite Reaktor bereits rund zwei Wochen früher vom Netz gehen.

Um den Flusslauf umzulenken und weiter Wasser zum Kraftwerk zu leiten, ließen die Behörden laut AFP unter anderem einen Fels sprengen und vier mit Steinen beladene Kähne im Fluss versenken.

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