Spritpreisexplosion

Drei Euro für den Liter Benzin? Dank Trump gehen grüne Träume endlich in Erfüllung

US-Präsident Donald Trump beflügelt wider Willen die globale Energiewende. Trumps Subventionen könnten dauerhaft wirken. Die Grünen müssen dringend ihre Ziele anpassen.

4 Min
US-Präsident Donald Trump: Mit dem Iran-Krieg beschleunigt er die globale Energiewende.

US-Präsident Donald Trump: Mit dem Iran-Krieg beschleunigt er die globale Energiewende.

© Matt Kelley/AP/dpa

Auf ihrer Bundesdelegiertenkonferenz in Magdeburg trafen die Grünen im März 1998 den „Fünf-Mark-Beschluss“: Der Preis für einen Liter Benzin sollte schrittweise auf fünf D-Mark steigen – also umgerechnet etwa 2,56 Euro. Die Forderung sorgte damals für ein großes Medienecho und man sprach den Grünen vor der anstehenden Bundestagswahl die Regierungsfähigkeit ab. Tatsächlich rutschen die Grünen damals im September noch mit 6,7 Prozent in den Bundestag und konnten dank des fulminanten Wahlsiegs von Gerhard Schröders SPD mitregieren. Schröder ließ die grünen Spritpreisträume dann jedoch umgehend platzen.

Später sahen die Grünen ein, dass man mit hohen Spritpreisen in der Bevölkerung nicht punkten kann. Der grüne Beschluss von 1998 wurde aber nie zurückgenommen. Doch seitdem US-Präsident Donald Trump Ende Februar damit begann, den Iran zu bombardieren, hat sich die Fünf-Mark-Debatte endgültig erledigt. Denn heute kostet der Liter Benzin nominal genau so viel, wie damals gefordert. Was sich die Grünen seit Jahrzehnten nicht mehr zu sagen trauten, erledigte Trump mit seinen Raketen über Nacht – und offensichtlich langfristig und nachhaltig: Weltweit stieg seit Kriegsbeginn nicht nur der Ölpreis, sondern auch die Nachfrage nach Elektroautos und erneuerbaren Energien steil an.

Trump befördert Solar-Speicher-Boom in den USA

Im August 2026 zählt das Kraftfahrt-Bundesamt 68.930 neu zugelassene Elektro-Pkw in Deutschland. Reine E-Autos haben damit einen Anteil von bereits 32,4 Prozent an allen neu gekauften Pkw – ein Anstieg von 75,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch weltweit ist der E-Auto-Boom zu beobachten: Laut Internationaler Energie-Agentur (IEA) stieg der Elektroanteil an allen weltweiten Autoverkäufen im ersten Halbjahr 2026 zwar nur leicht von 23 auf 24 Prozent, in Lateinamerika und Afrika aber hat sich die Zahl der E-Auto-Käufer mehr als verdoppelt. Als Grund nannte die IEA den Krieg der USA gegen den Iran. Zudem seien weltweit viele Förderungen für E-Autos beschlossen worden – etwa der Verzicht auf Importzölle, Abwrackprämien und Zuschüsse für die Ladeinfrastruktur. Laos etwa hat für den Rest des Jahres sogar die Einfuhr von Verbrennern verboten.

Die Finanzexperten von Bloomberg registrierten im ersten Halbjahr 2026 zudem weltweit einen Rekordwert bei Investitionen in Solar-Speicher-Kombinationen: Mit 25 Milliarden US-Dollar haben sich die Investments hier im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdreifacht. Die Analysten von Bloomberg schreiben: „Die USA und Australien bleiben 2026 die weltweit führenden Märkte für kombinierte Solar- und Speicherprojekte.“ Ausgerechnet die USA! Ob das im Sinne Donald Trumps ist?

Natürlich hat auch China auf die Ölkrise reagiert: Im Sommer 2026 hat die Führung in Peking im neuen Fünfjahresplan festgelegt, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2030 um 53 Prozent steigen soll. Auch die Gesamtkapazität bei der Atomkraft will China auf 110 Gigawatt verdoppeln. Die Welt will unabhängiger von Erdöl und Erdgas werden. Zu unsicher ist die Lage am Persischen Golf und am Roten Meer. Erdöl-Fan Donald Trump („Drill Baby, drill!“) hat also mit seiner unüberlegten Attacke auf den Iran die globale Energiewende angefeuert. Und die Grünen?

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Die Grünen können noch nicht zufrieden sein

Der aktuellen Diskussion um Spritpreisdeckel, Tankrabatt oder Direktzahlung stehen die Grünen entsprechend gelassen gegenüber und drängen lediglich auf eine beschleunigte Umstellung auf Elektromobilität. Laut einem neuen Aktionsplan können sich die Grünen dennoch eine Energiepauschale von bis zu 250 Euro pro Person vorstellen „finanziert durch die übermäßigen Milliardengewinne der fossilen Energiekonzerne“.

Jetzt, da Experten auch Spritpreise um die drei Euro pro Liter prognostizieren, entdecken die Grünen noch ihr soziales Gewissen? Obwohl sie ihr altes Ziel von 1998 noch gar nicht erreicht haben? Denn inflationsbereinigt können die Grünen noch nicht zufrieden sein: 2,50 Euro – der aktuelle Benzinpreis – wären 1998 nur knapp drei D-Mark wert gewesen. Die Grünen müssten ihren Beschluss von 1998 heute also real auf etwa 4,30 Euro anpassen.

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