Am Flughafen Leipzig/Halle ist am Mittwoch offenbar erneut eine Drohne gesichtet worden. Das bestätigte ein Polizeisprecher MDR Sachsen. Zwei Maschinen mussten umgeleitet werden, darunter ein Ferienflieger.
Laut Polizei handelte es sich um eine private Drohne, die Sanierungsarbeiten an einem Haus im nahen Großkugel dokumentieren sollte.
Warum die Flüge umgeleitet wurden
Bedroht war der Flugverkehr laut Polizei zu keinem Zeitpunkt. Dass gleich zwei Flüge ausweichen mussten, sei eine besondere Vorsichtsmaßnahme wegen des Vorfalls von Anfang August gewesen.
Ob das am Airport stationierte Erkennungssystem des Bundes die private Drohne aufspürte, ist unklar.Private Drohnen in Flughafennähe sind keine Seltenheit. Laut Deutscher Flugsicherung kommen solche Störfälle immer wieder vor.
In Leipzig haben 2026 bereits sechs Drohnen den Flugverkehr gestört, in Dresden fünf. Eine Umleitung ist laut Flugsicherung aber eher selten.
Was Anfang August am Flughafen Leipzig geschah
In der Nacht zum vierten August fanden Einsatzkräfte gegen 23.42 Uhr eine Drohne mit Sprengvorrichtung. Laut Landeskriminalamt Sachsen wurde der Zünder mit einem Sprengstoffroboter entfernt – er funktionierte offenbar ohnehin nicht.
Der Flughafen wurde rund zwei Stunden gesperrt. Eine Maschine aus Palma de Mallorca und mehrere Frachtflieger mussten ausweichen. Kurz darauf soll eine zweite Drohne mit einem durchstartenden DHL-Frachter zusammengestoßen sein, der nach Hannover umgeleitet wurde.
Dritte Drohne und möglicher Hexogen-Fund
Knapp drei Wochen nach dem gescheiterten Anschlagsversuch verdichten sich Hinweise, dass noch mehr Drohnen im Einsatz waren als zunächst bekannt.
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen, auf die sich Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR beziehen, wurde am 14. August eine dritte Drohne im Kabelsketal gefunden. Einen Tag später stellten Ermittler dort eine Substanz sicher – nach ersten Einschätzungen womöglich rund 50 Gramm Hexogen, ein militärischer Sprengstoff.
Drohnen-Alarm über Ostdeutschland: Ist jetzt sogar der Urlaubsflug in Gefahr?
Angriff auf Flughafen Leipzig/Halle: Ermittler finden wohl weitere Drohne und Sprengstoff
Der Flughafen ist kein offizieller Militärflugplatz, wird aber seit Jahrzehnten von Bundeswehr und Nato für Materialtransporte genutzt. Zentral ist das SALIS-Programm mit Antonov-Frachtern des Typs An-124, deren Flotte seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 in Leipzig steht.
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