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Ukraine-Krieg

Nur zwei Kilometer vor Polen: Russische Drohne trifft Passagierzug Kiew–Warschau

Die Lok des internationalen Passagierzugs wird getroffen, an einer nahen Tankstelle geraten mehrere Lastwagen in Brand. Zwei Fahrer werden leicht verletzt.

4 Min
Polnische Soldaten sichern das Grenzgebiet zur Ukraine (Archivbild).

Polnische Soldaten sichern das Grenzgebiet zur Ukraine (Archivbild).

© Artur Widak/imago

Bei russischen Drohnenangriffen nahe der polnischen Grenze sind am Sonntagmorgen die Lokomotive des Passagierzugs Kiew–Warschau sowie eine Tankstelle und mehrere Lastwagen beschädigt worden. Der Zug befand sich rund zwei Kilometer von Polen entfernt. Im Zug wurde niemand verletzt, zwei Lastwagenfahrer erlitten jedoch leichte Verletzungen.

Der stellvertretende Direktor der ukrainischen Staatsbahn für den Personenverkehr, Oleksandr Schewtschenko, bestätigte den Treffer gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender Suspilne. Tote oder Verletzte habe es im Zug nicht gegeben. Eine Überwachungsstelle habe das Zugpersonal rechtzeitig vor der herannahenden Drohne gewarnt.

Eine Reisende schilderte dem Kyiv Independent, die Passagiere seien zum sofortigen Verlassen des Zuges aufgefordert worden. Einen Schutzraum habe es nicht gegeben. Die Menschen mussten sich von den Waggons entfernen und mehrere Stunden im Freien warten.

Nach Angaben der ukrainischen Bahn konnte die Verbindung anschließend fortgesetzt werden. Wegen russischer Angriffe auf die Bahninfrastruktur kam es am Sonntag allerdings zu erheblichen Verspätungen im ukrainischen Zugverkehr.

Tankstelle und mehrere Lastwagen beschädigt

Bei derselben Angriffswelle wurde auch eine Tankstelle nahe dem Grenzübergang Jagodyn-Dorohusk beschädigt. Nach Angaben der regionalen Zollbehörde gerieten durch herabfallende Trümmerteile Gebäude der Tankstelle und mehrere dort abgestellte Lastwagen in Brand. Auch ein Supermarkt wurde beschädigt.

Zwei Fahrer erlitten nach vorläufigen Angaben leichte Verletzungen, berichtete Suspilne. Frühere Meldungen, wonach es keine Verletzten gegeben habe, sind damit überholt.

Der polnische Grenzschutz hatte zunächst von einem zerstörten Lastwagen rund 800 Meter von der polnischen Grenze entfernt gesprochen. Auch Reuters bestätigte den Angriff unter Berufung auf polnische und ukrainische Behörden.

Der Grenzübergang selbst wurde nach bisherigem Kenntnisstand nicht getroffen. Während des Luftalarms waren die Kontrollen vorübergehend ausgesetzt worden. Am Vormittag nahm der Übergang seinen regulären Betrieb wieder auf.

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Polen aktiviert Warnsirenen und Militärflugzeuge

Wegen der russischen Angriffe auf die Westukraine setzte das polnische Militär Flugzeuge zur Sicherung des eigenen Luftraums ein. In mehreren grenznahen Landkreisen wurden Warnmeldungen verschickt und Sirenen aktiviert.

Bei den polnischen Behörden gingen zudem Hinweise auf Knall- und Explosionsgeräusche ein. Diese seien überprüft worden, hätten sich bislang aber nicht bestätigt. Es gibt auch keine offizielle Mitteilung, wonach die Drohne in den polnischen Luftraum eingedrungen wäre.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete den Angriff als „Putins Terror“, der unmittelbar an die Türen der EU und der Nato klopfe.

Moskau spricht von Militärtransporten

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, bei den Angriffen sei Infrastruktur im Westen der Ukraine ins Visier genommen worden, die Militärtransporte aus Europa ermögliche. Weder den Passagierzug noch die Tankstelle erwähnte das Ministerium ausdrücklich. Belege dafür, dass die getroffenen Fahrzeuge militärische Güter transportierten, legte Moskau nicht vor.

Wegen der Angriffe auf die Westukraine ließ Polen Militärflugzeuge zur Sicherung des eigenen Luftraums aufsteigen. In mehreren grenznahen Gebieten wurden Warnmeldungen verschickt und Sirenen aktiviert. Eine Verletzung des polnischen Luftraums wurde bislang nicht gemeldet.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete die Angriffe bei Jagodyn auf X als „barbarisch“. Putins Terror klopfe unmittelbar an die Türen der EU und der Nato. Sybiha verlangte ein vollständiges Handelsembargo, umfassende Einreiseverbote und Sanktionen gegen den russischen militärisch-industriellen Komplex. In einem weiteren Beitrag forderte er mehr Luft- und Raketenabwehr für die Ukraine sowie stärkeren Druck auf Moskau. Russlands Terror mache an den Grenzen der Ukraine nicht halt, schrieb der Außenminister.

Moskau spricht von Militärtransporten

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, bei den Angriffen sei Infrastruktur im Westen der Ukraine ins Visier genommen worden, die Militärtransporte aus Europa ermögliche. Weder den Passagierzug noch die Tankstelle erwähnte das Ministerium ausdrücklich. Belege dafür, dass die getroffenen Fahrzeuge militärische Güter transportierten, legte Moskau nicht vor.

Wegen der Angriffe auf die Westukraine ließ Polen Militärflugzeuge zur Sicherung des eigenen Luftraums aufsteigen. In mehreren grenznahen Gebieten wurden Warnmeldungen verschickt und Sirenen aktiviert. Eine Verletzung des polnischen Luftraums wurde bislang nicht gemeldet.

Der Angriff bei Jagodyn gehörte zu einer massiven russischen Angriffswelle. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland 453 Drohnen sowie Raketen vom Typ S8000 Banderol ein. 405 Drohnen und sechs Raketen seien abgefangen worden, an 13 Orten wurden Treffer registriert. Eine spätere Reuters-Bilanz nennt landesweit mindestens zehn Tote und Dutzende Verletzte.

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