Litauen hat am Mittwoch den Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen Vilnius ausgesetzt und einen vorübergehenden Luftalarm ausgerufen. Auslöser war eine mutmaßliche Drohne, die aus Belarus in Richtung des baltischen Landes geflogen sein soll. Das teilte das nationale Krisenmanagementzentrum Litauens mit. Die Herkunft des Flugobjekts sei zunächst nicht bestätigt worden.
Die litauische Armee forderte die Bevölkerung in der Hauptstadt auf, umgehend Schutz zu suchen. „Begeben Sie sich sofort an einen sicheren Ort, kümmern Sie sich um Ihre Angehörigen, warten Sie auf neue Empfehlungen“, hieß es in der Mitteilung. Nach Angaben der Armee auf Facebook galt für die Bezirke Ignalina, Utena, Svencionys und Zarasai zunächst die Warnstufe Gelb, in der Region Vilnius wurde die höhere Stufe Rot ausgerufen.
Auch im Parlamentsgebäude in Vilnius wurde eine Warnung über die Lautsprecheranlage verbreitet, wonach sich alle Personen in den nächstgelegenen Schutzraum begeben sollten. Das litauische Verteidigungsministerium erklärte auf der Plattform X, die Nato-Luftpolizei im Baltikum sei aktiviert worden. Kurz darauf wurde die Warnung aufgehoben.
Drohnen aus Ukraine-Krieg sorgen für Aufruhr im Baltikum
Ähnliche Vorfälle hatten sich in den vergangenen Wochen in Lettland und Estland ereignet. Ein Nato-Kampfjet hatte nach Angaben Estlands am Dienstag eine mutmaßlich ukrainische Drohne über estnischem Gebiet abgeschossen. In der Region kommt es seit Monaten wiederholt zu Luftraumverletzungen durch mutmaßlich fehlgeleitete Drohnen aus dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine.
In Lettland hatte ein vergleichbarer Vorfall vergangene Woche eine Regierungskrise ausgelöst, woraufhin die Premierministerin Evika Silina zurücktrat. Eine Drohne war dort an einem Öllager nahe der Stadt Rezekne eingeschlagen.
Auch in Litauen war im März bereits eine mutmaßlich ukrainische Drohne auf einem zugefrorenen See im Bezirk Varena abgestürzt, wie die litauische Regierung damals mitteilte.
„Aktivitäten besser kontrollieren“: Estland ermahnt Ukraine nach Drohnen-Vorfällen
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]