Elektromobilität

E-Autos legen weltweit zu: IEA sagt Marktanteil von knapp 30 Prozent voraus

Die IEA rechnet 2026 mit 23 Millionen verkauften Elektroautos. In 16 europäischen Märkten zog die Nachfrage im April deutlich an.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Volvo verzeichnete zuletzt mehr Bestellungen für Elektroautos, darunter das Einstiegsmodell EX30.

Volvo verzeichnete zuletzt mehr Bestellungen für Elektroautos, darunter das Einstiegsmodell EX30.

© Michael Bihlmayer/imago

Weltweit dürften 2026 rund 23 Millionen Elektroautos verkauft werden, knapp 30 Prozent aller Neuwagen. Das geht aus dem neuen „Global EV Outlook“ hervor, dem jährlichen Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) zur Entwicklung der Elektromobilität, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Im Vorjahr stiegen die Verkäufe laut IEA um 20 Prozent auf mehr als 20 Millionen Fahrzeuge. Jeder vierte verkaufte Neuwagen war elektrisch.

Im ersten Quartal 2026 gingen die globalen Verkäufe nach Angaben der IEA um acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Grund seien Änderungen bei der staatlichen Förderung in China und den Vereinigten Staaten. In anderen Regionen wuchs der Absatz: in Europa um knapp 30 Prozent, im asiatisch-pazifischen Raum ohne China um 80 Prozent und in Lateinamerika um 75 Prozent. Im März meldeten rund 90 Länder Zuwächse im Jahresvergleich, etwa 30 davon einen Verkaufsrekord.

IEA-Chef Fatih Birol verwies in der Mitteilung der Agentur auf die derzeitige Energiekrise. Elektroautos verschafften inmitten des aus Sicht der IEA größten Ölangebotsschocks der Geschichte eine gewisse Entlastung. Sinkende Batteriepreise und politische Reaktionen auf die Krise könnten den Markt zusätzlich antreiben.

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Spritpreise treiben europäischen Markt

Wie die Nachrichtenagentur Reuters am selben Tag unter Berufung auf Daten der Forschungsgruppe New Automotive und des europäischen Branchenverbands für Elektromobilität E-Mobility Europe berichtete, stiegen die Neuzulassungen von Elektroautos in 16 europäischen Märkten im April um 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hintergrund ist der Anstieg der internationalen Ölpreise auf deutlich über 100 US-Dollar je Barrel infolge der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran Ende Februar und des weiterhin ungelösten Konflikts.

Der britische Anbieter Octopus Electric Vehicles meldete laut Reuters für April ein Plus von 95 Prozent bei neuen und 160 Prozent bei gebrauchten Elektroautos. Volvo Cars verzeichnete nach Angaben von Vertriebschef Erik Severinsson gegenüber Reuters mehr Bestellungen, vor allem für das Einstiegsmodell EX30. Renault meldete für April einen Elektroanteil von 50 Prozent bei den britischen Zulassungen. Bei den VW-Marken Seat und Cupra lag der Anteil von Elektroautos an den Bestellungen in Deutschland laut Markenchef Markus Haupt zuletzt bei knapp 60 Prozent und damit weit über der intern eingeplanten Quote von 25 Prozent.

Chinesische Hersteller profitieren

Chinesische Hersteller legen laut Reuters in Europa besonders zu. Auf dem deutschen Onlinemarktplatz Carwow stieg der Anteil der Anfragen nach Elektroautos seit Beginn des Iran-Kriegs auf 75 Prozent. Suchanfragen nach Elektroautos der chinesischen Hersteller BYD, Leapmotor und Xpeng stiegen im ersten Quartal besonders stark: bei BYD um 25.000 Prozent, bei Leapmotor um 436 Prozent und bei Xpeng um 153 Prozent.

Die IEA verweist zudem auf Südostasien. Dort haben sich die Verkäufe 2025 mehr als verdoppelt und erreichten einen Marktanteil von knapp 20 Prozent. Bis 2035 könnte der Anteil laut IEA auf 60 Prozent steigen. Vietnam, der größte Markt der Region, hat bereits eine Ausweitung steuerlicher Anreize angekündigt. China bleibt mit fast drei Vierteln der Weltproduktion größter Fertigungsstandort. Die Exporte chinesischer Elektroautos verdoppelten sich 2025 auf mehr als 2,5 Millionen Fahrzeuge.

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