In der Demokratischen Republik Kongo sind bei der jüngsten Ebola-Epidemie bereits mehr als 1000 Menschen gestorben. Das kongolesische Institut für öffentliche Gesundheit registrierte bis Mittwochabend 1033 Todesfälle und 2536 bestätigte Infektionen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Seit dem vorherigen Lagebericht seien 63 neue Fälle und 34 Todesfälle hinzugekommen.
Es handelt sich um den 17. Ebola-Ausbruch im Kongo. Er war Mitte Mai offiziell ausgerufen worden, nach Einschätzung von Fachleuten zirkulierte das Virus jedoch bereits Wochen zuvor. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Ausbruch am 17. Mai als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite eingestuft.
Ausgelöst wird die Epidemie durch die seltene Bundibugyo-Variante mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 40 Prozent. Anders als gegen die verbreitetere Zaire-Variante gibt es gegen Bundibugyo keinen zugelassenen Impfstoff und keine zugelassene Therapie. Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen und kann zu Fieber, Erbrechen und in schweren Fällen zu inneren und äußeren Blutungen führen.
Mehrere experimentelle Impfstoffe und Wirkstoffe werden derzeit geprüft. Die Universität Oxford startete eine erste Sicherheitsstudie mit dem Impfstoff ChAdOx1, wie das kongolesische Nachrichtenportal Actualite.cd berichtete.
Prekäre Sicherheitslage
Die Gesundheitsbehörden kämpfen mit erheblichen Schwierigkeiten. Im Osten des Kongo, dem Zentrum des Ausbruchs, sind Dutzende bewaffnete Gruppen aktiv. Es fehle an Grundausstattung, zudem werde medizinisches Personal von Anwohnern angegriffen, meldete Reuters. Manche Angehörige protestierten gegen Auflagen, die traditionelle Bestattungen verhindern. In einigen Gemeinden halte sich die Auffassung, die Epidemie sei erfunden.
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, die Epidemie breite sich schneller aus, als die Gegenmaßnahmen greifen. Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen machten es nahezu unmöglich, Fälle und Kontaktpersonen nachzuverfolgen.
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Wie gravierend die Sicherheitslage die Arbeit behindert, zeigte sich Ende Mai in der Provinz Ituri: Aus dem Allgemeinen Krankenhaus von Mongbwalu flohen laut Reuters 18 Patienten, nachdem Unbekannte Isolierzelte der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Brand gesteckt hatten. Einen Tag später griffen Angehörige eines an Ebola gestorbenen Religionsführers die Klinik erneut an, um die Herausgabe der Leiche zu erzwingen. Dabei flohen sieben weitere Ebola-Patienten.
Der Direktor der Afrikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (Africa CDC), Jean Kaseya, sagte am Mittwoch auf einem Gesundheitsgipfel in Ghana laut der Nachrichtenagentur AP: „Diese Menschen sterben. Sie sterben, weil wir keine Impfstoffe, keine Medikamente und keine Finanzmittel haben.“ 80 Prozent der neuen Fälle träten außerhalb bekannter Infektionsketten auf. Mehr als 60 Prozent der Todesfälle ereigneten sich in den Dörfern, bevor die Erkrankten medizinisch versorgt werden könnten.
Nachbarland Uganda vor Entwarnung
Die Epidemie hatte sich auch auf Uganda ausgeweitet, dort blieb es nach Angaben von Reuters bei 20 bestätigten Fällen. Uganda hatte Ende Mai seine Grenze zur Demokratischen Republik Kongo für zunächst rund vier Wochen geschlossen, um weitere grenzüberschreitende Infektionen zu verhindern. Seit einem Monat sei kein neuer Fall gemeldet worden.
Der letzte Patient wurde am 16. Juli entlassen. Damit läuft eine 42-tägige Frist, nach deren Ablauf das Land als virusfrei erklärt werden kann.
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