Bundibugyo-Ausbruch

Ebola im Kongo: Todesfälle im Flüchtlingslager Kigonze alarmieren Helfer

Kigonze zählt mehr als 15.000 Bewohner. Nach ungewöhnlich vielen Todesfällen sollen Proben klären, ob das Bundibugyo-Virus die Ursache ist.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Kinder im Vertriebenenlager Kigonze bei Bunia in der ostkongolesischen Provinz Ituri

Kinder im Vertriebenenlager Kigonze bei Bunia in der ostkongolesischen Provinz Ituri

© Xinhua/imago

Im Vertriebenenlager Kigonze in der ostkongolesischen Provinz Ituri sind innerhalb von 48 Stunden zehn Menschen gestorben. Das berichtete die kongolesische Nachrichtenagentur ACP unter Berufung auf den Leiter der Caritas in Bunia, Abbé Justin Zanamuzi. Demnach wurden am Mittwoch sieben und am Donnerstag drei weitere Todesfälle registriert. Bei den Opfern handele es sich um acht Kinder und zwei Erwachsene, meldete der Sender Radio Okapi unter Berufung auf die Lagerverwaltung.

Die genauen Todesursachen sind bislang ungeklärt. Nach Angaben Zanamuzis gegenüber der ACP weigerten sich mehrere Familien, Proben für eine Untersuchung der Leichname entnehmen zu lassen. Ein Sprecher des Lagers, Désiré Grodya Bapi, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Verstorbenen hätten Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber und Erbrechen gezeigt, die auch bei Ebola auftreten. Laut Radio Okapi seien inzwischen von fünf Verstorbenen Proben entnommen worden, die Laborergebnisse stünden noch aus.

Hohe Sterblichkeit in überfülltem Lager

In dem Lager Kigonze in Bunia leben laut Reuters mehr als 15.000 Binnenvertriebene. Viele von ihnen flohen vor Kämpfen und Angriffen bewaffneter Gruppen im Osten des Kongos. Seit Anfang Mai seien in Kigonze mindestens 30 Menschen gestorben, berichtete Reuters unter Berufung auf den Lagervorsitzenden Dz'djo Ndrutsi Etienne und weitere Quellen. Üblicherweise würden hier ein bis drei Todesfälle pro Monat verzeichnet.

Caritas-Leiter Zanamuzi nannte gegenüber der ACP die enge Belegung und den fehlenden Schutz beim Umgang mit den Leichnamen als zentrale Risiken. Die Toten seien zeitweise in einem stillgelegten Versammlungsraum aufgebahrt worden. Lagermitarbeiter berichteten Reuters von überlaufenden Latrinen, die von Bewohnern mit bloßen Händen geleert werden müssten.

Ebola ist eine seltene, schwere Infektionskrankheit. Ausgelöst wird sie durch verschiedene Ebolaviren. Die Krankheit tritt vor allem in Ländern südlich der Sahara auf. Sie wird nicht über die Luft übertragen, sondern durch direkten Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten, verunreinigten Gegenständen oder Leichen infizierter Menschen. Auch Wildtiere können das Virus auf Menschen übertragen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stirbt im Schnitt etwa jeder zweite Erkrankte. Je nach Ausbruch lag die Sterblichkeit zwischen 25 und 90 Prozent. Impfstoffe und gezielte Medikamente sind bisher nur gegen die Zaire-Variante zugelassen.

WHO meldet steigende Fallzahlen

Die WHO erklärte in ihrem jüngsten Lagebericht, der durch das Bundibugyo-Virus verursachte Ebola-Ausbruch breite sich in der Demokratischen Republik Kongo weiter aus. Mit Stand 17. Juni seien dort 896 bestätigte Fälle und 232 Todesfälle registriert worden, mehr als 91 Prozent der bestätigten Fälle in der Provinz Ituri. Die Gesundheitszone Bunia, zu der Kigonze zählt, weise mit 247 bestätigten Fällen den höchsten Wert auf. In den überfüllten Lagern für Binnenvertriebene sei das Risiko unentdeckter Übertragungen besonders hoch, so die WHO.

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Nach Angaben mehrerer von Reuters zitierter Hilfsorganisationen, darunter Mercy Corps, Oxfam und CARE International, wurden US-finanzierte Programme für Wasser- und Sanitärversorgung in den betroffenen Provinzen zurückgefahren. Daten der Vereinten Nationen zufolge halbierten sich die Mittel für Toiletten und Handwaschstationen im Kongo zwischen 2024 und 2025 auf rund 38 Millionen US-Dollar.

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