Afrika

Ebola-Ausbruch im Kongo: Neues Behandlungszentrum und erste Überlebende

Erstmals haben fünf Patienten den seltenen Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus überlebt. Die WHO meldet dennoch 263 bestätigte Fälle und 43 Tote in Kongo und Uganda.

Lea Brüggemann
Lea Brüggemann
2 Min
Das neue Ebola-Behandlungszentrum in Bunia

Das neue Ebola-Behandlungszentrum in Bunia

© Glody Murhabazi/AFP

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals fünf Patienten von einer seltenen Ebola-Variante erholt. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus teilte dies am Sonntag bei der Eröffnung eines neuen Behandlungszentrums in Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri, mit. Vier Patienten würden noch am selben Tag entlassen, ein weiterer sei bereits zwei Tage zuvor aus der Klinik gekommen, so Tedros laut der Nachrichtenagentur AP.

Auslöser des Ausbruchs ist das Bundibugyo-Virus, eine Ebola-Variante, für die es bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Therapie gibt. Die WHO bestätigte am Freitag die erste dokumentierte Genesung eines Bundibugyo-Patienten in diesem Ausbruch, wie AP berichtet. Die Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC) meldeten laut Reuters mit Stand 30. Mai 263 bestätigte Fälle in Kongo und Uganda sowie 43 Todesfälle; mehr als 1100 Verdachtsfälle würden untersucht. Africa-CDC-Generaldirektor Jean Kaseya schrieb in einem Gastbeitrag in der Financial Times, internationale Hilfe wirke am besten, wenn sie afrikanische Strategien stütze.

Fehlende Schutzausrüstung erschwert Eindämmung

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) erklärte laut AP am Samstag, das Virus breite sich trotz besser organisierter Einrichtungen schneller aus als die Reaktion darauf. MSF fordert mehr Tests, schnelleren Personaleinsatz und verlässlichen Nachschub. Helfer berichten Reuters zufolge über Mangel selbst an Masken; der Ausbruch sei wochenlang unentdeckt geblieben.

Genesene schilderten der AP belastende Erfahrungen: Pfleger Ezo Étienne wurde sieben Mal getestet, bevor Ebola bestätigt wurde; behandelt wurde er nur symptomatisch mit Flüssigkeit und Schmerzmitteln. Baraka Bulambulu berichtete von der Angst der Nachbarn vor Ansteckung.

Laut Africanews appellierte Tedros an internationale Geber – die WHO habe bisher nur ein Drittel der benötigten Mittel erhalten; die kongolesische Regierung habe 20 Millionen Dollar bereitgestellt. Africa CDC erwartet bis Jahresende einen Impfstoff. Die Eindämmung wird zusätzlich durch Angriffe der mit dem IS verbündeten ADF-Miliz und der von Ruanda gestützten M23-Rebellen erschwert, so AP.

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