Ein Ebola-Patient wird an der Charité in Berlin behandelt. Der US-Bürger hat sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus infiziert. Es handelt sich um den Arzt Peter Stafford, der für eine christliche Missions-Organisation arbeitet. Seine Frau und die vier Kinder wurden als Kontaktpersonen ebenfalls nach Berlin verlegt. Sie werden in einer Sonderisolierstation am Campus Virchow medizinisch versorgt.
Das Bundesgesundheitsministerium teilte mit: „Die Behörden der USA haben die Bundesregierung wegen der geringen Flugzeit im Vergleich in die USA um Hilfe bei der Behandlung eines US-Staatsbürgers gebeten, der sich in der Demokratischen Republik Kongo mit Ebola infiziert hat. Der Patient wird zur Behandlung in die Sonderisolierstation der Charité nach Berlin gebracht.“ Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sagte laut Deutscher Presseagentur: Der US-Arzt werde „bestmöglich versorgt – und wir wahren dabei die höchsten Sicherheitsvorkehrungen."
Ein Konvoi aus Polizei und Feuerwehrautos mit einem US-amerikanischen Ebola-Patienten aus dem Kongo kommt am Charite Campus Virchow Klinikum an.
© Christophe Gateau/dpa
An der Charité unterhält die Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin Deutschlands größte Sonderisolierstation. Die Station befindet sich am Campus Virchow im Wedding. Insgesamt gibt es in Deutschland sieben solcher Stationen der Bundesrepublik. Nach Einschätzung von Experten bleibt das Risiko eines Ebola-Ausbruchs in Deutschland äußerst gering. Anders als bei Corona findet eine Ansteckung nur über engen Kontakt statt.
Laut der Gesundheitsbehörde der USA (CDC) hat der Arzt am Wochenende Symptome entwickelt. Am späten Sonntag sei er dann positiv getestet worden. Wegen der kürzeren Distanz und der Erfahrungen bei der Versorgung von Ebola-Patienten werde der Patient nach Deutschland gebracht. Der Arzt soll sich beim Behandeln von Ebola-Patienten angesteckt haben.
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„Wir möchten unseren deutschen Kollegen sowie den Gesundheitsministerien der Demokratischen Republik Kongo und Ugandas danken, die an der Ermöglichung dieser Maßnahme beteiligt waren“, teilte die Gesundheitsbehörde mit.
Der US-Amerikaner hatte in engem Kontakt mit sechs weiteren Personen gestanden. Er wurde mit einem Fahrzeug transportiert, das speziell auf Patienten mit hochansteckenden Krankheiten ausgelegt ist. An der Charité finden regelmäßig Übungen statt, in denen für solche Fälle trainiert wird.
Sonderisolierstation ist in sich geschlossen
In der vergangenen Woche hatte die Verlegung eines Berliners auf die Sonderisoliertstation der Charité im Raum gestanden, der sich auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius mt dem Hanta-Virus infiziert hatte. „Die Station ist als eine in sich geschlossene und geschützte Einheit konzipiert und ermöglicht die sichere Isolation, Diagnostik und Behandlung von bis zu 20 Personen gleichzeitig, ohne die regulären Krankenhausabläufe zu beeinträchtigen“, hatte ein Sprecher des Berliner Uniklinikums mitgeteilt.
Die Station verfüge über „hochspezialisierte Infrastruktur für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hochansteckenden lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten sowie für medizinische Lagen mit unklaren biologischen, chemischen oder radiologischen Kontaminationen“.
Keine Impfung gegen aktuellen Ebola-Virustyp
Gegen den besonders gefährlichen Zaire-Stamm wurden in den vergangenen Jahren wirksame Impfstoffe entwickelt. Dazu gehören unter anderem Ervebo sowie die Impfstoff-Kombination Zabdeno und Mvabea. Für die aktuell grassierende seltene Virusvariante gibt es keinen Impfstoff. Die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region gilt als hoch.
Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union rief unterdessen für den gesamten afrikanischen Kontinent den Notstand aus. Nach offiziellen Angaben starben bisher mehr als 130 Menschen an dem Erreger. 500 Verdachtsfälle wurden registriert. Die WHO zeigt sich über die Dynamik des Ausbruchs sehr besorgt.
Hinweis der Redaktion: In einer ersten Version dieses Textes hieß es, die sechs Kontaktpersonen des US-Arztes seien mit ihm ausgeflogen worden. Wir haben diesen Fehler korrigiert.
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