Das ehemalige Raketenschiff „Hans Beimler“, das letzte größere Kampfschiff der DDR-Volksmarine in Deutschland, ist nach einem längeren Aufenthalt auf der Peene-Werft in Wolgast wieder an seinen Liegeplatz im Hafen von Peenemünde auf Usedom zurückgekehrt. Zwei Schlepper brachten den 56 Meter langen grauen Koloss über die Peene – ein Anblick, der selten zu sehen ist.
Das Schiff wurde in den 1980er-Jahren in Russland gebaut und war an der Küste Rügens stationiert. Mit vier Raketen bewaffnet, war es für blitzschnelle Seegefechte konzipiert. Lutz Hübner, Schatzmeister des Fördervereins Peenemünde, beschreibt die damalige Einsatzdoktrin knapp: „Schnell rausfahren, Ziel erfassen, bekämpfen, wieder nach Hause kommen.“ Von ursprünglich fünf Schiffen dieser Klasse existiert heute nur noch die „Hans Beimler“.
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Bei der Überführung am Donnerstag kam es allerdings zu einem Zwischenfall. Beim Passieren der Peenebrücke stellte sich der hintere Schlepper quer und stieß gegen einen Dalben des Brückenleitwerks. Dabei entstand Sachschaden, verletzt wurde niemand. Die Besatzung informierte umgehend die Wasserschutzpolizei in Wolgast, die sich mit der Verkehrszentrale in Warnemünde abstimmte. Da alle Schiffe fahrtüchtig blieben, konnte die Fahrt nach Peenemünde fortgesetzt werden. Dort begutachteten die Beamten den Schaden und nahmen Ermittlungen auf.
Letzter Wertaufenthalt vor 23 Jahren
Der Werftaufenthalt selbst war dringend nötig: Zuletzt war das Schiff 1993 auf einer Werft gewesen. Auf der Peene-Werft wurde vor allem der Unterwasserbereich des Rumpfes mit einem neuen Schutzanstrich konserviert, auch der Mast erhielt eine Frischkur. Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten noch nicht – in diesem Jahr soll bei einem Arbeitseinsatz zusätzlich das Deck gestrichen werden. „Durch die vielen Besucher müssen wir das öfter machen“, erklärte Hübner.
Rund 18.000 Menschen besuchten im vergangenen Jahr das Museumsschiff, um sich ein Bild von der Technik und Geschichte der Volksmarine zu machen. Die Kosten für die Instandsetzung beliefen sich allein für den Werftaufenthalt auf rund 100.000 Euro, hinzu kamen die Ausgaben für die Schlepper. Finanziert wurde das Ganze aus Eintrittsgeldern, Vereinsmitteln und Spenden.
Während der Arbeiten stellte sich heraus, dass weit mehr repariert werden musste als ursprünglich angenommen. Der Förderverein startete deshalb Anfang des Jahres einen Spendenaufruf – mit Erfolg. „Ohne die Spenden, die wir jetzt im letzten Monat gekriegt haben, hätten wir es nicht gepackt“, sagte Hübner. Ihm sei es wichtig, sich bei allen Unterstützern ausdrücklich zu bedanken.
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