Ein schwerer Hund und nette Polizisten

Tobias Miller
3 Min

Die Atmosphäre zwischen dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Klaus Böger und SPD-Landeschef Peter Strieder ist seit Donnerstag alles andere als gut. Denn an dem Tag hat Strieder seine verschärfte Fassung der Hundeverordnung vorgelegt. Gefährliche Kampfhunde sollen demnach generell verboten werden. Damit könnte Hundebesitzer Böger ja noch leben. Aber Strieders Idee, die Gefährlichkeit von Hunden nach dem Gewicht zu bestimmen (ab 25 Kilogramm gleich Kampfhund), hat Böger dann doch in Rage versetzt. Sein Toby, ein Berner Sennenhund, bringt nämlich stolze 30 Kilogramm auf die Waage. "Der ist lammfromm", sagt Böger. Das Hundegwicht ist übrigens nicht geschätzt. Der 1,89 große Fraktions-chef hat seinen Hund auf den Arm genommen, sich auf die Waage gestellt und dann sein Gewicht abgezogen. Was für eine Szene! Der Hund muß wirklich lammfromm sein. ----Am Montag hat der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen für dem früheren Fernsehjournalisten Lothar Loewe zu dessen 70. Geburtstag ein Essen gegeben. Von 1974 bis Ende 1976 hatte Loewe aus Ost-Berlin berichtet. Weil er öffentlich sagte, daß in der DDR jeder wisse, daß an der Grenze auf Menschen wie auf Hasen geschossen werde, hatten ihn die SED-Machthaber aus dem Land geworfen. Bei dem Essen war unter anderem auch der frühere DDR-Anwalt Wolfgang Vogel dabei. Loewe und Vogel verbindet eine besondere Geschichte: Der Journalist, der auch in der DDR bekannt war, wurde eines Tages von einem Kellner in einem Café angesprochen. Er wolle raus und Loewe solle ihm dabei helfen. Er notierte den Namen des Mannes auf einem Bierdeckel und übergab ihn später an Vogel. Ein halbes Jahr später wurde Loewe von demselben Kellner wieder bedient. Diesmal im Kempinski am Kudamm. ----Der frühere Parteisprecher der Grünen, Stefan Noë, mußte vergangene Woche zur Polizei. Allerdings nicht, weil er etwas angestellt, sondern weil er etwas verloren hat. In der Oderberger Straße war ihm beim abendlichen Kneipenbummel sein Fahrzeugschein aus der Tasche gefallen. Am nächsten Abend, schon wieder in der Kneipe, klingelte sein Handy. Ein freundlicher Polizist fragte ihn, ob er denn nicht seinen KfZ-Schein in der Wache um die Ecke abholen wolle. Die Nummer bekamen die Beamten über die Auskunft.----"Die SPD klaut unsere Ideen und Themen", klagten vergangene Woche die CDU-Wahlkampfstrategen. Schon vor Wochen hätten sie ihre "Themencard" vorgestellt (Zur Erinnerung: Das war die scheckkartengroße Karte zum Aufklappen, auf der nur Diepgen und kein Wort von der CDU zu lesen war). Seit das Kärtchen auf dem Markt sei, geschehen nun "wundersame Dinge" in der SPD, so die CDU. Gleichsam einer Checkliste würde die SPD die Liste abarbeiten, natürlich nicht so gut wie die Christdemokraten. Es war leider nicht herauszubekommen, ob sich Walter Momper bereits Laufschuhe gekauft hat. ----Seit einiger Zeit versucht Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing ihre Kollegen Wolfgang Branoner (Wirtschaft), Jürgen Klemann (Bau) und Peter Strieder (Stadtentwicklung) für einen Termin zu gewinnen. Sie will endlich die Modalitäten des Liegenschaftsfonds besprechen. Damit soll der Haushalt um jährlich eine halbe Milliarde entlastet werden. Beim Termin vergangene Woche fehlte Klemann, weil er das Amsterdamer Stadion besichtigte. Am Freitag fehlte Branoner, weil der neue Koch im First Floor geladen hatte. Die Auslassungen der Finanzsentorin sollen nicht druckreif gewesen sein, hörte man auf den Fluren.

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