Alterssicherung

Wie viel Geld haben Rentnerhaushalte im Ruhestand? Unterschiede zwischen Ost und West

Rentnerhaushalte ab 65 haben im Mittel 2330 Euro. Zwischen Ost und West gibt es jedoch Unterschiede. Fast jeder Fünfte gilt als armutsgefährdet.

4 Min
Fast jeder fünfte Rentner in Deutschland ist armutsgefährdet.

Fast jeder fünfte Rentner in Deutschland ist armutsgefährdet.

© Sebastian Kahnert/dpa

Das Statistische Bundesamt hat neue Zahlen zum Einkommen im Ruhestand vorgelegt. Haushalte, in denen ausschließlich Menschen ab 65 Jahren im Ruhestand leben, verfügen demnach im Mittel über 2330 Euro netto im Monat. Die Behörde stützt sich dabei auf die europäische Erhebung EU-SILC 2025.

Der Wert zeigt zugleich, wie stark die Menschen im Alter von einer einzigen Einkommensquelle abhängen – und wie unterschiedlich Ost und West aufgestellt sind.

2330 Euro im Mittel: Was hinter der Zahl steckt

Der genannte Wert ist ein Median. Er teilt die Einkommensverteilung in zwei gleich große Hälften: Die eine Hälfte der Haushalte hat mehr, die andere weniger zur Verfügung.

Erfasst wurden nur Haushalte, in denen ausschließlich Rentnerinnen, Rentner, Pensionärinnen und Pensionäre ab 65 Jahren leben. Im Jahr 2025 betraf das rund 13,6 Millionen Menschen – 10,5 Millionen in den westlichen und 3,1 Millionen in den östlichen Bundesländern.

Rente Ost gegen West: 80 Euro Unterschied

Regional fällt das Einkommen im Ruhestand unterschiedlich aus. In den östlichen Ländern einschließlich Berlin liegt der Median laut Destatis bei 2270 Euro, im Westen bei 2350 Euro.

Das ergibt einen Abstand von 80 Euro im Monat. Das Geld stammt fast vollständig aus Alterseinkünften. Bundesweit machen Renten und Pensionen 93 Prozent des Haushaltseinkommens aus.

Knapp 4 Prozent kommen aus Vermögen wie Mieteinnahmen oder Kapitalerträgen, 2 Prozent aus Transferzahlungen wie der Grundsicherung im Alter und 1 Prozent aus Erwerbsarbeit.

Im Osten ist die Abhängigkeit von der Rente größer: 96 Prozent stammen dort aus Renten und Pensionen, nur 1 Prozent aus Vermögen. Im Westen sind es 92 Prozent aus Renten und Pensionen und gut 4 Prozent aus Vermögen. Bei Transfers und Erwerbsarbeit unterscheiden sich Ost und West laut Destatis kaum.

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Fast jeder fünfte Ruheständler gilt als armutsgefährdet

Die Armutsgefährdungsquote von Menschen im Ruhestand ab 65 Jahren lag laut EU-SILC 2025 bundesweit bei 18,9 Prozent. Im Osten waren es 18,5 Prozent, im Westen 19,0 Prozent – das Risiko ist also in etwa gleich hoch.

Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung galten bundesweit 16,1 Prozent als armutsgefährdet. Als armutsgefährdet gilt nach EU-Definition, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt.

Wohnen im Ruhestand: Eigentum im Westen, Miete im Osten

Bei der Wohnsituation kehrt sich das Ost-West-Muster um. Bundesweit wohnten 2025 rund 57 Prozent der Ruheständler im Eigentum, 43 Prozent zur Miete. Im Westen überwiegt das Eigentum mit 61 zu 39 Prozent. Im Osten ist es umgekehrt: 44 Prozent wohnen im Eigentum, 56 Prozent zur Miete.

Selbst genutztes Wohneigentum fließt nicht ins Einkommen ein, solange daraus keine Miet- oder Kapitalerträge entstehen.

Durchschnittsrente 2025: Zahlen der Rentenversicherung

Über die reine Rentenhöhe geben Daten der Deutschen Rentenversicherung Auskunft. Nach deren Angaben lag die Altersrente zum Ende des Jahres 2025 im Schnitt bei 1195 Euro im Monat, 41 Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Zwischen den Geschlechtern bleibt die Lücke groß: Männer bezogen im Mittel 1449 Euro, Frauen 994 Euro – ein Abstand von 455 Euro.

Im Schnitt gingen die Menschen 2025 mit 64,7 Jahren in Altersrente. Zum 1. Juli 2025 stieg der aktuelle Rentenwert bundeseinheitlich um 3,74 Prozent und damit um 40,79 Euro.

Ost-Minister stellen sich gegen Rentenreform

Um die Rentenreform wird seit Monaten debattiert. Drei Ost-Ministerpräsidenten stellten sich prominent gegen einige Forderungen der Rentenkommission – darunter die Abschaffung der Rente mit 63. Die Bundesregierung hält jedoch daran fest.

Kanzleramtschefin Nina Warken spielte den Streit über die Abschaffung der Rente mit 63 zuletzt herunter. In der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ sagte die CDU-Politikerin, sie sehe „gar keinen ganz großen Dissens“ zu den ostdeutschen Ministerpräsidenten.

Zwar sei das Ende der abschlagsfreien Frührente ein wesentlicher Bestandteil der geplanten Rentenreform. Doch vorgesehen seien Übergangsfristen und Härtefallregelungen.

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