Im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland hat die Justiz wegen des Verdachts der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung beim Ticketkauf Ermittlungen aufgenommen. Betroffen ist auch die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes. Die Uefa ist zum Teil ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.
Die Staatsanwaltschaft Bochum und das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen haben am Mittwoch mit Unterstützung örtlicher Polizeibehörden Durchsuchungen an mehreren Orten im Bundesgebiet vorgenommen, wie die beiden Behörden in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekanntgaben. Auch die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt am Main wurde durchsucht. Das bestätigte der DFB dem Sport-Informations-Dienst (SID).
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Exklusive Vorkaufsrechte für Eintrittskarten vermutet
Gegenstand der Ermittlungen seien mutmaßlich gewährte, nicht genehmigte Vorteile, teilten Staatsanwaltschaft und LKA mit. Unter anderem gehe es um den Besuch eines Fußballländerspiels, den ein damals für eine Gastgeberstadt tätiger Beschuldigter von Verantwortlichen der ausrichtenden Gesellschaft erhalten haben soll. Laut Deutscher Presse-Agentur soll der 66-Jährige als ehemaliger Beschäftigter der Stadt Gelsenkirchen zum EM-Halbfinale Spanien gegen Frankreich nach München eingeladen worden sein. Er habe dadurch im Rahmen seiner Amtsausübung einen finanziellen Vorteil von rund 2400 Euro erlangt.
Darüber hinaus sollen den Gastgeberstädten laut den Ermittlungsbehörden von Verantwortlichen der ausrichtenden Gesellschaft exklusive Vorkaufsrechte für Eintrittskarten angeboten worden sein. Diese seien von den Städten zum Teil in Anspruch genommen und auf unterschiedliche Art verwendet worden, hieß es in der Mitteilung.
Joint Venture von DFB und Uefa im Visier
Die Beschuldigten hätten bislang keine Gelegenheit gehabt, sich zu den Vorwürfen zu äußern, erklärten Staatsanwaltschaft und LKA. Es gelte die Unschuldsvermutung.
Organisiert wurde die Endrunde 2024 von der EURO 2024 GmbH, einem Joint Venture des DFB mit der Europäischen Fußball-Union (UEFA). Die Gesellschaft mit Sitz in den früheren DFB-Räumlichkeiten in Frankfurt am Main gehörte mehrheitlich der UEFA. Neben Verantwortlichen der GmbH sind laut Ermittlern auch die Ausrichterstädte von den Ermittlungen betroffen.
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