Viermal ging der FC Energie Cottbus in den vergangenen Wochen in Führung. Viermal in Folge sprang am Ende trotzdem kein Sieg heraus. Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz will daraus aber kein grundsätzliches Problem ableiten.
Vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum am Freitag (18.30 Uhr) im Stadion der Freundschaft nahm der Trainer vor allem seine jungen Spieler in Schutz.
Wollitz widerspricht der Kritik
Am vergangenen Wochenende beim 1. FC Heidenheim, zuvor schon gegen den FC St. Pauli und den 1. FC Nürnberg kam Cottbus nach einer Führung jeweils nicht über ein 1:1 hinaus. Beim SV Darmstadt 98 verlor Cottbus trotz einer frühen Führung noch 1:3.
Die Spielverläufe waren für Energie-Fans sicherlich enttäuschend. Doch auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Bochum ordnete Wollitz die Partien ein.
„Gegen wen waren denn die Spiele?“, fragte er. Schließlich spielten St. Pauli und Heidenheim in der vergangenen Saison noch in der Bundesliga. Nürnberg war zum Zeitpunkt des Duells in Cottbus noch ungeschlagen in der 2. Bundesliga.
Statt sich auf die Kritik einzulassen, lobte er sein Team lieber. „Wir spielen gegen Nürnberg – zu dem Zeitpunkt das Beste der Liga, die beste Offensive – unglücklich 1:1“, sagte der Trainer.
Cottbuser Henry Rorig (l.) im Zweikampf mit Zweitliga-Toptorjäger Mohamed Ali Zoma vom 1. FC Nürnberg
© IMAGO/Michael Taeger/IMAGO/Jan Huebner
Auch in Darmstadt sah Wollitz die Gründe für den Punktverlust nicht allein in der fehlenden Fähigkeit, eine Führung zu verteidigen. Seine Mannschaft habe dort genügend Chancen gehabt, um auf 2:0 oder 3:0 zu erhöhen.
Den Ausgleich in Heidenheim führte der Trainer auf einen individuellen Fehler zurück. „Wir spielen 1:1 und haben ein Tor kassiert, weil ein Spieler seine Aufgabe in dieser Situation nicht erfüllt hat.“
Wollitz nimmt seine jungen Spieler in Schutz
Gegen Heidenheim fehlten außerdem Justin Butler, Leonardo Bittencourt und Moritz Hannemann verletzt. Alle zählten in den vergangenen Wochen zu den Leistungsträgern in der Lausitz und mussten nun von jungen Spielern vertreten werden.
Der 19-jährige Dmytro Bogdanov, der spät in der Transferphase vom 1. FC Union Berlin geliehen wurde, stand deshalb in der Startelf. Er traf dabei auf Heidenheims Kapitän Patrick Mainka, einen erfahrenen Profi mit Bundesliga- und Europapokalerfahrung.
„Und dann wird diskutiert, dass er mal einen Zweikampf verloren hat. Leute, bitte: Was soll man diesen jungen Spielern vorwerfen?“, fragte der Trainer.
Dmytro Bogdanov (l.) im Zweikampf mit Patrick Mainka
© IMAGO/Guenter Hofer/SchwabenPress/IMAGO/Hofer
Auch Hasan Jannis Zaydan, Lucas Copado und Luca Erlein gestand Wollitz eine Eingewöhnungszeit zu.
Zaydan habe im vergangenen Jahr „vor 17 Zuschauern“ gespielt, Luca Erlein kam nach der U19-Europameisterschaft ohne reguläre Vorbereitung nach Cottbus und Lucas Copado fehlte lange die Spielpraxis. „Wenn du ein Jahr nicht gespielt hast, kannst du nicht einfach auf einen Knopf drücken und sagen: ‚So, jetzt bin ich da, jetzt läuft alles.‘“
Gegen Bochum zählt für Energie Cottbus nur der Sieg
Viel Zeit, um die Debatte zu beenden, bleibt Energie nicht. Cottbus steht nach neun Spielen bei zehn Punkten, zwei vor der Abstiegszone. Der Zeitpunkt für den nächsten Sieg wäre daher „sehr gut“, sagte Wollitz.
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