Die Energiekrise auf Kuba spitzt sich nach Angaben der kubanischen Regierung zu. „Die Lage ist sehr angespannt, es wird immer heißer“, sagte der kubanische Minister für Energie und Bergbau, Vicente de la O Levy, am Mittwochabend in einer Sondersendung im Fernsehen, wie CNN berichtet. Er bezog sich dabei auf die kommenden Sommermonate, in denen der Energiebedarf steige. Er fügte hinzu: „Wir haben absolut keinen Diesel mehr.“
„In Havanna dauern die Stromausfälle mittlerweile mehr als 20 bis 22 Stunden pro Tag“, so der Minister. Eine einzelne Lieferung russischen Öls ist laut CNN seit Anfang Mai aufgebraucht. Nach Angaben des Ministers nutzt Kuba zunehmend von China gespendete Solarpaneele, jedoch schwanke die erzeugte Energie aufgrund von Wolkenbedeckung und Wetterbedingungen stark.
Bericht: Demonstranten blockierten Straßen
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters protestierten am Mittwochabend Hunderte Menschen in mehreren Stadtteilen Havannas gegen die anhaltenden Stromausfälle. Demonstranten blockierten demnach Straßen mit brennenden Müllhaufen, schlugen auf Töpfe und riefen „Schaltet das Licht an“ und „Das vereinte Volk ist unbesiegbar“.
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel machte auf der Plattform X die USA für die Lage verantwortlich. Er sprach von einer „völkermörderischen Energieblockade“. „Wir sind stets bereit, auf Augenhöhe in einen Dialog zu treten, und werden weiterhin Widerstand leisten“, schrieb er weiter.
Keine Öllieferungen aus Mexiko und Venezuela
Das US-Außenministerium erklärte am Mittwoch, Kuba humanitäre Hilfe in Höhe von 100 Millionen Dollar anzubieten, die über die katholische Kirche und unabhängige Organisationen verteilt werden sollten. Die Regierung weigere sich jedoch, „den Vereinigten Staaten zu gestatten, diese Hilfe dem kubanischen Volk zukommen zu lassen“.
Stromausfälle in Kuba haben sich laut Reuters seit Januar verschärft, als die USA mit Strafzöllen gegen Staaten drohten, die Kuba mit Öl beliefern. Seitdem hätten dem Bericht zufolge weder Mexiko noch Venezuela, einst die wichtigsten Öllieferanten Kubas, Treibstoff geliefert.
Die Trump-Regierung versucht laut CNN, die kubanische Regierung zu zwingen, die Insel politisch und wirtschaftlich zu öffnen und die oberste Führungsebene abzusetzen. US-Präsident Donald Trump hatte dem Bericht zufolge in der Vergangenheit erklärt, die kubanische Regierung stehe aus seiner Sicht kurz vor dem Zusammenbruch.
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