Untersuchung

Epstein-Akten: Warren Buffett stoppt Milliarden-Spende an Gates-Stiftung

Der bekannte US-Milliardär Warren Buffett verschiebt seine Milliarden-Spende an die Gates-Stiftung. Er will zunächst die Ergebnisse der Epstein-Untersuchung abwarten.

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Der US-Starinvestor Warren Buffett hält seine jährliche Milliarden-Spende an die Gates-Stiftung vorerst zurück.

Der US-Starinvestor Warren Buffett hält seine jährliche Milliarden-Spende an die Gates-Stiftung vorerst zurück.

© AFP

Der US-Starinvestor Warren Buffett setzt seine übliche Milliarden-Spende an die Gates Foundation vorerst aus. Der 95-Jährige, Vorstandschef der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway und einer der reichsten Menschen der Welt, will nach einem Bericht des Wall Street Journal zunächst die Ergebnisse einer externen Untersuchung zu den früheren Kontakten der Stiftung mit Jeffrey Epstein abwarten. 

Buffett überweist der Gates Foundation seit 2006 jedes Jahr Berkshire-Hathaway-Aktien im Milliardenwert. Insgesamt summierten sich seine Spenden nach Angaben von Reuters auf mehr als 47 Milliarden US-Dollar. Die diesjährige Zahlung, die üblicherweise Ende Juni erfolgt, bleibt nun zunächst aus. Eine Entscheidung könnte laut Wall Street Journal erst mit Buffetts traditionellem Thanksgiving-Brief im Herbst fallen.

Stiftung untersucht eigene Kontakte zu Epstein

Die Gates Foundation hatte im Frühjahr eine externe Untersuchung angekündigt. Hintergrund sind E-Mails und weitere Dokumente aus den im Januar veröffentlichten Akten des US-Justizministeriums, die Kontakte zwischen Epstein und Mitarbeitern der Stiftung zeigen. Stiftungschef Mark Suzman beauftragte daraufhin eine unabhängige Überprüfung der früheren Beziehungen zu Epstein. Die Ergebnisse werden noch in diesem Sommer erwartet.

Die Stiftung war jahrzehntelang das gemeinsame Projekt von Bill Gates und seiner damaligen Ehefrau Melinda French Gates. Nach der Scheidung 2021 sagte Melinda, die Kontakte ihres Ex-Mannes zu Epstein hätten ihr Vertrauen erschüttert und zu den Gründen für die Trennung gezählt.

Bill Gates räumte Fehler ein

Bill Gates war in den vergangenen Monaten wegen seiner früheren Kontakte zu Epstein erneut unter Druck geraten. Aus den im Januar veröffentlichten Unterlagen des US-Justizministeriums gingen unter anderem E-Mails zwischen Epstein und Mitarbeitern der Gates Foundation hervor. Zudem wurden Fotos veröffentlicht, die Gates mit jungen Frauen zeigen, deren Gesichter geschwärzt sind. Wo und wann die Aufnahmen entstanden, geht aus den Dokumenten nicht hervor. Medienberichten zufolge soll Gates außerdem mehrfach Epsteins Privatinsel besucht haben. Die Veröffentlichungen lösten international neue Debatten aus und stellten zeitweise sogar Gates' geplante Teilnahme an einem Gipfeltreffen in Neu-Delhi infrage.

Gates räumte frühere Treffen mit Epstein ein und bezeichnete diese als „riesigen Fehler“. Nach Berichten des Wall Street Journal entschuldigte er sich dafür auch intern bei Mitarbeitern seiner Stiftung. Zugleich betonte der Microsoft-Mitgründer wiederholt, er habe keine Straftaten begangen, keine kriminellen Handlungen Epsteins beobachtet und nichts mit dessen Missbrauchstaten zu tun gehabt. Persönliche Anschuldigungen, die in einzelnen Dokumenten angedeutet werden, weist Gates zurück. Die Gates Foundation erklärte zudem, Epstein habe weder finanzielle Zuwendungen von der Stiftung erhalten noch jemals für sie gearbeitet.

Verhältnis zwischen Buffett und Gates gilt als belastet

Nach Informationen des Wall Street Journal soll auch das Verhältnis zwischen Buffett und Gates inzwischen angespannt sein. Gates erklärte demnach vor einem Kongressausschuss, zuletzt im Januar mit Buffett gesprochen zu haben – noch bevor die neuen Epstein-Unterlagen veröffentlicht wurden. Buffett hatte bereits im Frühjahr erklärt, zunächst mehr über die Vorwürfe erfahren zu wollen, bevor er über weitere Spenden entscheide.

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Epstein: Hintergrund der Vorwürfe

Nach Erkenntnissen des FBI und des US-Justizministeriums soll Epstein mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht haben. Teilweise soll er Opfer an Prominente vermittelt haben. Der reiche US-Investor war bereits 2008 wegen der Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden.

Epstein war am 10. August 2019 tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan gefunden worden. Die offizielle Todesursache lautet Suizid. Der Fall löste jedoch weltweit Spekulationen und Zweifel aus – auch wegen zahlreicher Pannen und Widersprüche rund um die Überwachung des Gefängnisses.

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