Neue Enthüllungen

Jahrelange Epstein-Kontakte: Ehemalige Obama-Beraterin tritt bei Goldman Sachs ab

Enthüllungen über jahrelange Kontakte zu Jeffrey Epstein setzen Goldman Sachs unter Druck. Chefjuristin Kathy Ruemmler, einst Rechtsberaterin von Barack Obama, verlässt die Bank.

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Die Chefjuristin der US-Investmentbank Goldman Sachs, Kathryn Ruemmler, tritt nach neuen Enthüllungen zu ihren Kontakten mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zurück. Das berichtet die Financial Times. Ruemmler erklärte demnach, sie werde das Institut zum 30. Juni verlassen. „Ich habe die Entscheidung getroffen, dass die mediale Aufmerksamkeit auf mich im Zusammenhang mit meiner früheren Arbeit als Strafverteidigerin zunehmend zu einer Ablenkung geworden ist“, sagte Ruemmler der britischen Zeitung.

Aus jüngst veröffentlichten Dokumenten des US-Justizministeriums geht hervor, dass Ruemmler zwischen 2014 und 2019 intensiven Kontakt zu Epstein hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits 2008 ein Schuldbekenntnis zu Vorwürfen der Prostitution Minderjähriger abgelegt. Ruemmler kam erst 2020 zu Goldman Sachs.

Sie galt lange als gut vernetzte, diskrete und einflussreiche Juristin. Sie war Rechtsberaterin im Weißen Haus unter Barack Obama und zählte später bei Goldman Sachs zu den ranghöchsten Führungskräften. Während ihrer Kontakte zu Jeffrey Epstein arbeitete sie für die Kanzlei Latham & Watkins, bevor sie 2020 zur Investmentbank wechselte. Goldman Sachs und Ruemmler hatten ihre Beziehung zu Epstein früher als rein beruflich bezeichnet. Sie habe demnach dessen Kontakte für Zwecke der Geschäftsentwicklung genutzt.

Kathyrn Ruemmler (links) bei einem Treffen mit Barack Obama im Jahr 2014

Kathyrn Ruemmler (links) bei einem Treffen mit Barack Obama im Jahr 2014

© piemags/imago

Goldman-Chef Solomon stellte sich hinter Ruemmler

Der Vorstandschef der Bank, David Solomon, hatte Ruemmler seit dem Bekanntwerden der Kontakte im Jahr 2023 öffentlich den Rücken gestärkt. In einer Erklärung vom Donnerstag sagte er, sie werde „sehr fehlen“. Ruemmler sei eine „außergewöhnliche Chefjuristin“ gewesen, deren Rat bei zahlreichen wichtigen Rechtsfragen geschätzt worden sei.

Ruemmlers Rückzug zählt damit zu den prominentesten personellen Konsequenzen der jüngsten Veröffentlichungen aus Epsteins E-Mail-Verkehr. Die Enthüllungen reichten von der Wall Street bis nach Westminster. Erst in der vergangenen Woche war Brad Karp als Vorsitzender der US-Kanzlei Paul Weiss zurückgetreten, nachdem Details zu seiner Beziehung zu Epstein bekannt geworden waren.

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Private E-Mails und Geschenke von Jeffrey Epstein

Aus den Unterlagen des Justizministeriums geht hervor, dass Ruemmler in E-Mails auf Epsteins „Russen“ Bezug nahm, als es um eine mögliche berufliche Perspektive vor ihrem Wechsel zu Goldman ging. In einem anderen Fall leitete sie Epstein Nachrichten über eine Affäre mit einem seiner engen Vertrauten weiter. Zudem erhielt sie von Epstein zahlreiche Geschenke, darunter eine Hermès-Tasche, Apple-Produkte, Spa-Termine, Flüge und Friseurbesuche.

Ruemmler erklärte, sie bereue den Kontakt zu Epstein und habe keine Kenntnis von dessen kriminellen Aktivitäten gehabt. „Ich habe Entscheidungen auf Grundlage der mir damals vorliegenden Informationen getroffen“, sagte sie. Sie empfinde großes Mitgefühl für alle Opfer Epsteins.

Nach Angaben mehrerer aktueller und ehemaliger Führungskräfte wuchs zuletzt der Unmut innerhalb der Bank über die Affäre. Auch Mitglieder des Verwaltungsrats hätten intern Sorge geäußert, Solomons Unterstützung für Ruemmler könne dem Ruf des Instituts schaden. „Es ist eine Ablenkung und es ist peinlich“, sagte eine mit einem Verwaltungsratsmitglied vertraute Person der Financial Times.

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